Laokaos könnte einigen Leuten unter dem Namen Rad K noch ein
Begriff sein. Seit 1988 war er mit der Crew Reckless Rebelz (Double
R) aus Giessen auf Jams unterwegs. Die Gruppe löste sich allerdings
innerhalb einiger Jahre wieder auf ohne eine Platte herausgebracht
zu haben. Danach hat es einige Jahre gedauert bis Laokaos, mit richtigem
Namen Bene, wieder begann Texte zu schreiben, und ab 1999 machte
er sich in eigenem Studio an sein komplett selbstproduziertes Solo-Debüt-Album
Gebe Gott geben die Götter. Der Titel gibt
auch die Richtung für das Album vor, Laokaos bewegt sich inhaltlich
vorwiegend zwischen Mythen und Göttern, die Beats untermalen
das, sie sind roh, minimalistisch und dunkel. Einfache HipHop Kost
ist das eindeutig nicht und sicherlich könnte man ihm auch
vorwerfen, ihm würde nur die Fähigkeit fehlen, etwas besser
produziertes abzuliefern. Aber das wäre bekannt engstirniges
HipHop Denken, Text und Musik passen hier perfekt zusammen, sie
erfüllen ihre Funktion. Der Style von Laokaos ist nichts für
den Durchschnitts-HipHopper, sondern ist in jeder Hinsicht anstrengend,
klanglich bringt er eine Mischung aus Rap und Gesang, die meistens
gehetzt wirkt. Teilweise humpeln Worte und Beats recht monoton am
Hörer vorbei, bei anderen Songs wie Schleier der Maya
wird man von einer inszenierten Explosion von Sounds mitgerissen.
Diese Songs (u.a. auch Königin, Troja)
erinnern von ihrem inhaltlichen Hintergrund an Die Firma, wirklich
vergleichen kann man die Kölner mit dem Giessener aber nicht.
Andererseits hält Laokaos auch offenere Themen wie auf Konsumarsch
bereit, die aber dennoch alles andere als leicht zu verstehen sind.
Auf den ersten Blick mag das Album eintönig erscheinen, erst
beim mehrmaligen Hören eröffnet es seine vielen Seiten
und läßt einen im tiefer in die Welt von Laokaos einsteigen.
Gebe Gott geben die Götter ist für
alle (bzw. wenige), die offen für ungewöhnlichen und strangen
HipHop sind. Das Album könnt ihr für 12,50 Euro auf der
Website www.laokaos.de
bestellen.