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Laokaos – Gebe Gott – geben die Götter
Meisterbetrieb / Ill Skill VÖ: 2002

Laokaos könnte einigen Leuten unter dem Namen Rad K noch ein Begriff sein. Seit 1988 war er mit der Crew Reckless Rebelz (Double R) aus Giessen auf Jams unterwegs. Die Gruppe löste sich allerdings innerhalb einiger Jahre wieder auf ohne eine Platte herausgebracht zu haben. Danach hat es einige Jahre gedauert bis Laokaos, mit richtigem Namen Bene, wieder begann Texte zu schreiben, und ab 1999 machte er sich in eigenem Studio an sein komplett selbstproduziertes Solo-Debüt-Album „Gebe Gott – geben die Götter“. Der Titel gibt auch die Richtung für das Album vor, Laokaos bewegt sich inhaltlich vorwiegend zwischen Mythen und Göttern, die Beats untermalen das, sie sind roh, minimalistisch und dunkel. Einfache HipHop Kost ist das eindeutig nicht und sicherlich könnte man ihm auch vorwerfen, ihm würde nur die Fähigkeit fehlen, etwas besser produziertes abzuliefern. Aber das wäre bekannt engstirniges HipHop Denken, Text und Musik passen hier perfekt zusammen, sie erfüllen ihre Funktion. Der Style von Laokaos ist nichts für den Durchschnitts-HipHopper, sondern ist in jeder Hinsicht anstrengend, klanglich bringt er eine Mischung aus Rap und Gesang, die meistens gehetzt wirkt. Teilweise humpeln Worte und Beats recht monoton am Hörer vorbei, bei anderen Songs wie „Schleier der Maya“ wird man von einer inszenierten Explosion von Sounds mitgerissen. Diese Songs (u.a. auch „Königin“, „Troja“) erinnern von ihrem inhaltlichen Hintergrund an Die Firma, wirklich vergleichen kann man die Kölner mit dem Giessener aber nicht. Andererseits hält Laokaos auch offenere Themen wie auf „Konsumarsch“ bereit, die aber dennoch alles andere als leicht zu verstehen sind. Auf den ersten Blick mag das Album eintönig erscheinen, erst beim mehrmaligen Hören eröffnet es seine vielen Seiten und läßt einen im tiefer in die Welt von Laokaos einsteigen. „Gebe Gott – geben die Götter“ ist für alle (bzw. wenige), die offen für ungewöhnlichen und strangen HipHop sind. Das Album könnt ihr für 12,50 Euro auf der Website www.laokaos.de bestellen.

Autor:
Chris Wegmann

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