Kool Savas –
Der Beste Tag Meines Lebens (2)
Optik / Subword / BMG VÖ: 04.11.2002
Kool Savas dürfte mit seinem Solodebüt
ohne Frage das meist erwartete Album dieses Jahres aus Deutschland
abliefern. Dass Überraschungen dabei ausbleiben, dürfte
aber schon seit längerem klar sein. Von MOR hat er sich getrennt,
Berlin hat er zumindest vordergründig den Rücken gekehrt,
seine extrem provokanten Texte hat er abgelegt, sein eigenes Label
Optik Records hat er bei einem Major untergebracht. Was ist denn
nun der neue King Kool Savas? Viel von seiner Vergangenheit bleibt
nicht übrig, den Status als Underground Hero der Nation hat
er verloren. Seinen Style jedoch hat er behalten, jetzt umgeben
von einer neuen Crew, Eko, Valezka, Melbeatz. Und hier offenbart
sich doch eine kleine Überraschung, sein Album wurde komplett
von seiner Freundin, Melbeatz, produziert. Welches Album wurde sonst
noch komplett von einer Frau produziert? Die Produktion ist im Übrigen
nicht die Stärke von „Der Beste Tag Meines Lebens“.
Zwar können einige Tracks richtig burnen, andere wiederum aber
auch überhaupt nicht. Dennoch ist das Ergebnis überwiegend
äußerst hörenswert. Allzu viel zu hören gibt
es auch gar nicht, das Album beschränkt sich auf neun Songs
und drei Skits. Aber das ist auch gut so, und Kool Savas hat in
den wenigen Tracks alles untergebracht, was man braucht. Und das
sind auch bemerkenswerte Features mit Azad, Royce Da 5’9 &
Tre Little, A-plus von Souls Of Mischief und Kurupt. Daneben zeigt
Savas auch, dass er nicht nur Battle kann. Eindruckvollstes Beispiel
hierfür ist das Schluss- und Titelstück „Der Beste
Tag Meines Lebens“. Und so hat er alles in allem zwar keinen
Meilenstein abgeliefert, aber doch mehr als man erwarten konnte.
Wertung 8/10.