Hört man Ken und deren erstes Album Have A Nice Day,
so mag man gar nicht denken, dass es sich hier nur um einen Nebenprojekt
einiger deutscher Musiker handelt. Allerdings sind es nicht irgendwelche
Musiker, den Gesang hat Aydo Abay von Blackmail übernommen,
und das verspricht schon viel. Dazu bekommt er dann noch Unterstützung
von Scumbucket-Rhythmusfraktion, was für weitere hohe Erwartungen
an das Quintett sorgt. Dabei kann man aber eigentlich nicht von
Erwartungen sprechen, Ken lassen sich in keine Nische drängen,
auch wenn die Musik an Blackmail erinnert. Der Sound ist hier jedoch
einzigartig und liegt irgendwo zwischen Trash, Rock'n'Roll und Sixties.
Als Vergleich fallen einem da in Deutschland nur die Trashmonkeys
ein. Have A Nice Day ist ein völlig schnörkelloses,
ungeschliffenes Album, das gleichzeitig vielfältig ist. Von
Anfang bis Ende, 12 Songs lang, schaffen es Ken ständig neue
Elemente ins Spiel zu bringen, an Ideen mangelt es kein bisschen.
Die Musik wirkt unbeschwert und leicht und setzt dennoch großartige
Akzente. Genau hier liegt die Stärke von Ken, nichts ist aufgesetzt
oder inszeniert, aber trotzdem sind die Songs voll von großer
Bedeutung und Ausdrucksstärke. Have A Nice Day
ist ganz einfach mal nebenbei ein ganz großes Album. Wertung
9/10.