Jovanotti Il Quinto Mondo
Universal / Mercury VÖ: 08.04.2002
Musik frei von jeglichen Schubladen macht Jovanotti auch
auf dem neuen Album wieder in Perfektion. Musik über die kleinen
Freuden aus Italien, und dennoch frei von folkloristischen Ansätzen.
Lorenzo Cherubini, wie Jovanotti mit eigentlichem Namen heißt,
ist in Italien ein Star. Er begann als DJ in Rom und kam dann zum
Fernsehen, und verkaufte schließlich auch Unmengen an Alben.
Mit der Zeit hat sich Jovanotti auch entwickelt, etwas weniger Italo-Rap,
etwas mehr Sozialkritik, so setzte er sich auch beim G8-Gipfel in
Genua zusammen mit Bono für die Rechte der Dritten-Welt-Länder
ein. Nun heißt sein neues Album auf Deutsch übersetzt
Die Fünfte Welt, auf dem er aber auch noch vornehmlich
rappt. Dazu kommen soulige Funknummern, wie das über sieben
Minuten lange Un Uomo (und das ist nicht das längste
Stück des Albums), oder gleich mit ganzem Orchester eingespielte
Songs Albero Di Mele. Soweit eine sehr bunte Mischung.
Und auch Genießer kommen beim balladesken Hit Ti Sposero
auf ihre Kosten, die richtige Untermalung für ein belebtes
Abendessen. Einfach zu genießen ist das Album im Ganzen aber
nicht, viel zu konzentriert muss man zuhören, um dem Verlauf
der 14 Songs folgen zu können. Gerade die ungewöhnliche
Instrumentierung, das Ausnutzen des Stereo-Effekts und der Mix von
Funk, Rap, Rock und TripHop strengen an. Aber ebenso viel gibt es
auf Il Quinto Mondo auch zu entdecken. Das Booklet hält
übrigens auch alle Texte in Englisch bereit. Wertung 8/10.