Man hatte schon Angst, es würde von Glassjaw nichts Neues
mehr kommen. Der Labelwechsel scheint jedoch frischen Wind gebracht
zu haben und mit dem Nachfolger des Debüts Everything
you ever wanted to know about silence wird es den fünf
New Yorkern wohl gelingen, sich einen festen Namen zu machen. Musikalisch
war schon das erste Album ein Brett, der Erfolg ließ jedoch
auf sich warten. Auf Worship And Tribute haben sich
Glassjaw in jeder Hinsicht nochmal gesteigert, ihr Sound klingt
noch differenzierter. Das brachiale Hardcore Grundgerüst ist
stehen geblieben, nur wirken die Songs jetzt stellenweise etwas
rhythmischer und offener. Dennoch sind Glassjaw immer noch nichts
für weiche Gemüter, zu sperrig ist ihre Musik, zu versteckt
sind übliche Songstrukturen. Das Album gleicht von Anfang bis
Ende einem emotionalen Wutausbruch, bei dem nur selten Melodien
hörbar werden. Die perfekte Produktion von Ross Robinson und
der mächtig-shoutige Gesang von Daryl Palumbo tun ihr übriges.
Durch den dichten Soundwall von Glassjaw kann sich niemand durchkämpfen,
auch wenn sich die Band im Gegensatz zu Vergangenheit einige Ausnahmen
wie Ape Dos Mil erlaubt. Insgesamt jedoch ist Worship
And Tribute ein Brachial-Werk, das keine Vergleiche kennt.
Wertung 9/10.