Als ich das erste Mal Drunken Lullabies von Flogging
Molly hörte, dachte ich nun wirklich an eine Folk-Kapelle aus
Irland, die gerade mal etwas mit Punkrock herumexperimentieren.
Aber nein, dieser musikalische Siebener kommt aus keinen Hochebenen
und auch von keiner Insel, wir haben es hier mit waschechten Los
Angeles Bewohnern zu tun. Ihre Anfänge fanden sie im Pub Molly
Malone's, so kamen sie auch zu ihrem Namen. Auch wenn das schon
erstaunlich ist, erstaunlicher ist noch mehr ihr Erfolg, den sie
mit ihrer Musik in diesem Umfeld haben. Die Vans Warped Tour wurde
in den Staaten gerockt, in Europa begleiteten sie die Deconstruction
Tour. Die Europa-Rechte für ihr zweites Album Drunken
Lullabies sicherte sich dann auch gleich Burning Heart. Mag
man am Anfang noch Skepsis gegen die Musik der Band hegen, dieses
Album reißt auch den härtesten Punkrocker mit. Zwar zeigen
Flogging Molly bei den 12 Songs auch, dass sie bewegende irische
Folk-Balladen schreiben können, überwiegend geht es jedoch
mit Tempo zur Sache. Wer sich davon nicht anstecken lässt und
nicht auf den Tischen tanzt, ist selber Schuld. Wertung 8/10.