Faultline Your Love Means Everything
WEA / Blanco Y Negro VÖ: 08.07.2002
David Kosten machte seinen Weg als Electronic-DJ, Closer
Colder war sein Debüt unter dem Namen Faultline. Unter
diesem Namen macht er immer noch weiter, Drum'n'Bass macht er aber
nicht mehr, sein zweites Album verbindet experimentelle Electronic
mit Songstrukturen und Indie-Rock. Und wo der Londoner damals die
Vocals durch Samples einbaute, holt er sich heute einfach mal die
größten Sänger. Das allerdings ohne dick aufzutragen
und so beginnt das Album auch schon sehr andächtig. Der Opener
und Titeltrack hält nur dunkle Klangfelder bereit, gäbe
es hier Beats würde man das Downbeat nennen. Aber so wird die
Zeit erstmal angehalten. Dann aber kommt Chris Martin von Coldplay
zum Zug, und schon haben wir es mit einem Song zu tun, tief, düster,
langsam, bewegt... Ist das der neue Londoner Sound? Es scheint so,
haben es Archive mit ihrem Meisterwerk You all look the same
to me erst kürzlich vorgemacht. Weiter geht's abwechselnd
mit Instrumentals und Songs. Dabei wirken die Instrumentals aber
oft nur wie Zwischenspiele, meist sehr experimentiert, meist auch
zu stark. Die Akzente werden mit Sicherheit nur durch die Songs
gesetzt. Auf Bitter Kiss ist Jacob Golden an der Reihe,
bei The Colossal Gray Sunshine singt Wayne Coyne von
den Flaming Lips. Danach kommt wohl die größte Überraschung
dieses Albums, Greenfields wird von R.E.M. Sänger
Michael Stipe performt. Am Schluss darf dann nochmal Chris Martin
seine Stimme abgeben. Dann sind wir durch. Gehört haben wir
ein tiefes, emotionales Album, bei dem aber noch ein tiefer Abgrund
zwischen Klasse und Meisterwerk liegt. Wertung 7/10.