Das erste Album von Disturbed The Sickness war zumindest
in den Staaten ein Erfolg, bei uns wollten die Leute nicht so recht,
am Ende sprang zumindest ein Club-Hit bei raus. Aber irgendwo schien
es Probleme zu geben und jetzt gibt das Quartett seinen NewMetal
mit viel Electro-Prägung nicht mehr an die BMG, sondern an
WEA ab. Das neue Album Believe klingt auch deutlich
gereift, der Sound schärfer, das Songwriting kompakter, Sänger
David Draiman bleibt charismatisch. Was jetzt jedoch auf der einen
Seite deutlich besser ist, lässt auf der anderen Seite den
Zug nach Innovation vermissen. Disturbed haben ihren typischen Sound
nicht eingebüßt, aber er ist nicht mehr ganz so prägend.
Dazu kommt, dass die wahren Highlights unter den 12 Songs fehlen.
Ideen wurden vielfach glatt produziert. Unterm Strich fällt
es schwer, das bessere der beiden Alben auszumachen, wobei hier
der Geschmack auch eine bedeutsame Rolle spielt. Am Ende steht fest,
dass Disturbed nach wie vor eine Band sind, die oberhalb des NewMetal
Einheitsbrei schwimmt, auch wenn die Wellen öfters gefährlich
hoch schlagen. Eine Wetterprognose kann man zu diesem Zeitpunkt
noch nicht geben. Wertung 7/10.