Deichkind –
Noch Fünf Minuten Mutti (Contra)
Showdown / Eastwest VÖ: 30.09.2002
Hier ist es also, das zweite Album der Deichkinder,
zwei Jahre nach ihrem ersten Album „Bitte ziehen sie durch“.
Als Erstes ist bei diesem Album zu sagen, dass es sich hierbei meines
Erachtens kaum noch um HipHop handelt, stattdessen eher um Entertainment.
Wo beim ersten Album noch klare Beats zu erkennen waren, tut sich
hier eine Wüste voll monotoner, einschläfernder, uninspirierter
Pop-Melodien auf, die schwerlich eine Stunde zu ertragen sind. Ich
selbst weiß nicht, wie ich es geschafft habe so lange durchzuhalten,
aber es gibt doch einen Beat (Text nein!), den man gelungen nennen
kann, nämlich den der neuen Single „Limit“ der
sehr Elektrobass-mäßig gehalten ist. Ansonsten dümpeln
die Beats irgendwo zwischen No Angels, Neuer deutscher Welle und
Dieter Bohlen. Also reines Entertainment. Doch zum grauenvollsten
Lied hierbei gehört wohl das Intro, was mich doch ein wenig
an die Udo Jürgens Platten bei meiner Mutter im Regal erinnert.
Textmäßig schwankt das Album vom üblichen HipHop
blabla a la wir sind die coolsten mit den dicksten Reimen, über
einige vielleicht unverständliche Späße, bis zu
gewagten aber misslungenen Battletexten wie auf „Crew vom
Deich“. Ein wenig an Jluv bzw. nach R’n’B made
in America erinnert das recht schmusige und stellenweise gesungene
„Pling Pling“, das wohl die Damen zum Kauf dieser Platte
bewegen soll. So viel Symphatie ich auch gerne für diese Platte
aufbringen möchte, es funktioniert einfach nicht, sogar nach
mehrmaligen Hören einiger Tracks, die zuerst „normal“
klangen, kann ich dem partout nichts abgewinnen. Doch wer weiß,
vielleicht wird die nächste CD ja ein Stand Up Comedy Album
feat. Stefan Raab. Apropos Features, auf der Platte sind keine Nennenswerten.
Das erste Album war noch Mittelmaß, dieses Album ist ganz
einfach schlecht, da helfen auch die Ausreden von wegen „Wir
wollten mal was ganz anderes machen“ nicht mehr. Nur für
Fans. Wertung 2/10.