Cam'Ron - Come Home With Me
Roc-A-Fella / Universal VÖ: 16.09.2002
Abgesehen davon, dass Cam'Ron in den US Charts derzeit kräftig
abräumt, stehen die Aktien um den Rapper aus Harlem nicht so
gut. 1998 wurde er mit "Pull It" bekannt, dann folgten
die zwei Alben "Confessions of Fire" und "S.D.E.",
die beide erfolgreich waren. Aber spätestens durch seine Zusammenarbeit
mit Usher machte er sich Feinde, zu poppig und kommerziell wurde
er der HipHop Gemeinde. Dazu kam jetzt der Labelwechsel zu Roc-A-Fella
und Universal, der vielen nicht schmeckte. Die Vorwürfe an
Cam'Ron sind immer die gleichen, er können nicht rappen, habe
keinen eigenen Style und würde Jay-Z kopieren. Die Wahrheit
liegt wie so oft in der Mitte. "Come Home With Me" setzt
die Linie der beiden Vorgänger fort, sanfte Synthie-Beats kombiniert
mit ein bisschen Rap und einem Schuss R'n'B. Jedoch klingt diese
Mischung nur selten spannend, manchmal sogar schmierig, trotz Produzenten
wie Shawn Carter, Damon Dash und Kareem Burke. Die Single "Oh
Boy" zündet zwar ordentlich, klingt aber auch wenig eigenständig.
Hier ist wie gleich sechs Mal auf dem Album Julez Santana als Feature
dabei. Seine Stärke fährt Cam'Ron wenn dann sowieso nur
bei den ruhigen Balladen und R'n'B Nummern aus. Dazu gehören
u.a. "Daydreaming" mit Tiffany und das wirklich schöne
"Hey Ma" mit Juelz, Freekey Zekey und Kay Slay. Insgesamt
nehmen die Features jedoch zu viel Platz auf der Platte ein, besonders
merkt man das bei den Tracks mit Jay Z ("Welcome To New York
City") und Memphis Bleek & Beanie Sigel ("The ROC").
Wirklich schlecht ist zwar kein Song, nur scheint es so, als ob
die Produktion die fehlende Substanz überdecken soll. Wer ein
HipHop Album braucht, mit dem man auch seine R'n'B & Pop Lady
rumkriegt liegt hier richtig. Wertung 5/10.