Fast ein Jahr nach den Anschlägen vom 11. September bekommen
wir es mit den Spätfolgen zu tun. Verschonte uns der selbsternannte
Rockstar seit 1992 mit neuen Studioalben, so serviert er uns jetzt
gleich 15 Songs, die er im Kontext des 11. September geschrieben
hat, und die perfekt auf jede pompöse Glamour-Benefiz Veranstaltungen
passen würde. Obwohl Brendan O'Brien (Pearl Jam, Rage against
the machine) für die Produktion verantwortlich war, steckt
in dem neuen Material noch weniger Rock, als es eh schon bei Springsteen
üblich ist. Besinnlich und ruhig plätschern die Songs
mit der E Street Band vor sich hin, kraftlos und kitschig. Mag The
Rising auch gut produziert und musikalisch sauber umgesetzt
sein, so klingt hier alles berechnet und wenig kreativ. Ziel ist,
die Gefühle des Hörers anzusprechen, was zweifelsohne
auch gelingt. Überzeugen kann hier aber wenig, besser gesagt
fast nichts, Nothing Man ist so eine Ausnahme. Stände
das Album nicht in einem so ernsthaften Kontext, wäre das vielleicht
nicht so tragisch, aber so hat sich Bruce Springsteen einen weiteren
schweren Schnitzer in seiner Karriere erlaubt. Die Peinlichkeit,
dass die Songtexte im Booklet in Deutsch übersetzt wurden,
ist dabei noch die Krönung. Wertung 2/10.