Jazz Puristen werden mit dem neuen Album von Brad Mehldau (wieder)
wenig anfangen können. Schon immer hatte der Jazz Pianist ein
Faible für das Klassisch-Romantische, und auf seinem neuen
Werk baut er das noch weiter aus. Dabei kann man auch darüber
streiten, inwieweit Brad Mehldau in den Pop rutscht. Ein Faktor
wirkte sich aber auf jeden Fall aus, als Produzent wirkte Jon Brion
(Fiona Apple, The Grays). Zusammen mit einer Reihe kalifornischer
Musiker und der Working Group spielte er "Largo" ein,
und auch diese treiben das Album in Richtung Romantik. Ein durchaus
zweischneidiges Schwert, denn einen Anspruch läßt er
dabei hinter sich, den an den Jazz. Wer sich jedoch mit gehobener
Lounge und Bar Musik zufrieden gibt, wird hier fündig, auch
wenn eben dieses Hörer-Klientel durch experimentierfreudige
Nummern wie "Free Willy" wieder verschreckt werden könnte.
Die 12 Songs sind sehr vielseitig geworden, präsentieren verschiedene
musikalische Ebenen und sind hervorragend instrumentiert. Am Ende
weiß man jedoch nicht ganz, was man von "Largo"
halten soll, der Mix aus Avantgarde Pop und Experiment lässt
einige Fragen offen, wie auch Mehldau's Interpretation von "Paranoid
Android". Ohne Wertung.