Vom Hardcore und Metal hat sich das Berliner Quartett mittlerweile
eher abgewandt, auch wenn diese Einflüsse auf ihrem Debütalbum
Lie, Cheat & Steal noch offensichtlich sind. Die
12 Songs sind brachial, kompliziert und unberechenbar. Avery haben
damit ihren ganz eigenen Stil gefunden, der irgendwo zwischen Entombed,
Eye Hate God und Raging Speedhorn liegt. Die Stärke von Avery
liegt in der Kombination verschiedener Stile, die immer wieder Überraschungen
bietet. Während in einigen Passagen stark gefrickelt wird,
arbeiten Avery auch mal straight und mit getragenen Melodien nach
vorne, wie auf Beverly Pills. Ob Hardcore, Metal oder
Rock'n'Roll, man findet von allem etwas. Für empfindliche Gemüter
ist Lie, Cheat & Steal dennoch nichts, die harten,
schwerverdaulichen Töne dominieren eindeutig. Avery, die bereits
quer durch Europa getourt sind, präsentieren sich abgebrüht,
nie hat man den Eindruck es handele sich hier um ihr erstes Album.
Wer einen widerstandsfesten Magen hat findet in Lie, Cheat
& Steal ein grandioses Werk. Wertung 8/10.