4Lyn haben einen schweren Stand in Deutschland, zu einem kleinen
Teil haben sie sich das auch selbst zuzuschreiben. Wer jetzt aber
an dem zweiten Album der Hamburger Band kritisieren will, hat einen
schweren Stand. "Neon" stellt eine beachtliche Weiterentwicklung
im Vergleich zum Debüt dar, und das obwohl nur knapp eineinhalb
Jahre vergangen sind. Nur bei den Songtiteln (und Inhalten) muss
man noch manchmal schmunzeln, musikalisch ist 4Lyn ein richtiges
Brett gelungen. Wesentlich druckvoller und aggressiver gehen die
Vier zur Sache, insgesamt zeigen sich der Sound und die Songstrukturen
wesentlich differenzierter. 4Lyn klingen nach wie vor eigenständig,
schon immer hat man sie an ihrem Klang direkt erkannt, aber sie
haben es jetzt jedoch geschafft, sich meistens von den großen
New Metal Vorbildern zu lösen. Dazu freut man sich auch darüber,
dass auf den 13 neuen Songs weniger gerappt, sondern mehr gesungen
und geschrien wird, was wesentlich besser herüberkommt. Die
Rapper Rolle übernimmt dagegen auf einem Song Labelkollege
Afu-Ra, denkt man, "None Of Y'all" ist eine totale Luftnummer.
Insgesamt ist "Neon" jedoch neben mancher Schwäche
ein überzeugendes Album geworden, mit dem sich die Band auch
in Zukunft noch sehen lassen kann. Wertung 6/10.