Utah
Saints - Two
Roadrunner / The Echo Label VÖ: 29.01.01
Vor
uns liegt ein bißchen elektronischer Feierabend. Die Lichter einer
Stadt verschwimmen. Dann wird der Himmel blau und wir sehen Palmen.
Wir blättern weiter durchs Booklet. Die Stimmung wird noch mehrere
Male umschlagen, von dichtem Regen, verlassenen Country Strassen,
Nashörnern bis zum dichten City Dschungel. Genauso vielfältig präsentiert
sich die musikalische Seite von "Two", dem zweiten Album der Utah
Saints Tim Garbutt und Jez Willis. Ihr elektronischer Sound ist
von zahlreichen Samples verschiedener Stilrichtungen angereichert,
von Rock bis Funk. Diese Vielfalt repräsentieren auch die Gastmusiker,
nicht geringere als Chuck D., Michael Stipe und Edwin Starr. Mit
Chucks Unterstützung entstand dann auch das erste Highlight des
Albums, "Power to the beats", das seine Eigenständigkeit durch die
überraschend freshe Dancefloor Beatline erhält. Die Single "Lovesong"
setzt dagegen auf Techno und Trance, gehört aber für mich nicht
zu den besten Tracks des Albums. Wesentlich tiefschichtiger stellen
sich Songs wie "Three Simple Words" dar. Ebenso so verschieden und
abwechslungsreich kommen auch die anderen Tracks daher. Wirklich
neu ist das, was die Utah Saints machen, zwar nicht, aber die Beiden
machen ihre Sache wirklich gut und bringen die Tracks überzeugend
rüber. Somit ist "Two" eine in sich sehr geschlossene und dichte
Platte geworden. Wer dem elektronischen Feld offen gegenüber steht
wird hier gut bedient. Wertung 7/10.