An dem neuen und ersten Tefla & Jaleel Album werden sich die Geister
scheiden. Vorschusslorbeeren haben die beiden Chemnitzer genug bekommen
und auch ich habe mich sehr auf das Album gefreut. Leider ist es
nicht zu dem erwarteten Megaalbum gekommen. Schon die erste Single
"Beats&Raps" enttäuschte durch den Beat und die Reime, und auch
unter den 19 Tracks des Albums findet sich nicht sehr viel fesselndes.
"Interview" ist mit Sicherheit kein einfaches Album, und auch kein
Album das sofort zündet. Trotzdem kann man Tefla & Jaleel natürlich
anrechnen, dass sie sich sehr viel Mühe gegeben haben und auch gerade
mit vielen Inhalten aufwarten. Die sind aber größtenteils auch nicht
herausragend und ein bisschen Wischiwaschi wie auf der Single. Auch
die Beats bereiten einem Probleme. Überwiegend nicht eingängig und
auch nur selten interessant, höchstens einzigartig. Trotz aller
Kritik muss man "Interview" aber zwei Dinge bescheinigen: Erstens
sind auch durchaus gute, beatmässig gute, Tracks auf dem Album vorhanden,
so "Bei 3", "Desperados", "Hotness" und "Chemnitz". Zweitens gewinnt
das Album mit der Zeit an Spannung. Wer hier etwas mehr Zeit als
normal investiert und sich das Album öfters anhört kann durchaus
mitgerissen werden. Als Fazit bleibt aber leider, dass Tefla & Jaleel
der große Wurf nicht geglückt ist und das Album weitgehend in der
anspruchsvollen Mittelmässigkeit versinkt. Wertung 6/10.