Beim Hören von "Morning View" würde man anfangs
eigentlich nicht denken, um was es hier geht. Ein drittes Major
Album, mit dem sich auch der weitere Weg von Incubus entscheiden
wird, und deshalb mit aller Ruhe in einer gewaltigen Villa in Kalifornien
aufgenommen wurde. Überraschend, dass es solche Platten noch
gibt, die trotz eines solchen Drucks, so entspannt und frei klingen.
Auf ihrem dritten Album haben Incubus ihren Sound gefunden, und
der setzt auf bodenständiges Songwriting und nicht auf Effekte.
Eine Marktnische neben Limp Bizkit? Sehr wahrscheinlich schon, seit
dem Bands wie Faith no More rarer gesät sind. Die Fünf
stimmen in perfekter Harmonie vermehrt die leisen Töne an,
trotzdem gibt es aber auf den 13 Stücken noch richtige Kracher.
Und seien wir doch ehrlich, ist es nicht schön, dass es wieder
eine so sympathische Band mit beherzten Texten und Underground-Appeal
gibt, die einen so grossen Erfolg hat. Incubus sind jetzt Stars,
und keiner merkt's. Wertung 9/10.