Was Downer hier auf ihrem Roadrunner Debüt ablegen, ist nicht wirklich
das eine und auch nicht wirklich das andere. Denn eigentlich kommen
Downer aus der Hardcore geprägten Szene von Orange County, haben
selbständig bereits eine EP und ein Album aufgenommen und tourten
1996 mit Earth Crisis. An Hardcore erinnert das "Downer" Album aber
nicht. Musikalisch würde ich Downer mehr in der Ecke von Helmet
und Prong sehen, auf den Punkt gebracht Progressive Rock. Denn wären
Downer einer Nummer leiser, würden ihre Gitarren nicht ganz so krachen,
wäre der Sound nicht ganz so rauh, würde der Sänger nicht ganz so
schreien, dann wären Downer glatt eine von diesen US College Rock
Bands im Stile von Nickelback und Creed. Das sind sie aber zum Glück
nicht, und zum Glück liefern sie ein gutes, vor allem soundmässig
interessantes Album ab. Die Schwächen bei dem Quartett präsentieren
sich dagegen auf Seite des Songwritings. Downer verstehen es zwar
aber immer laut loszulegen, bauen dann aber keine vernünftigen Strukturen
auf. So verlieren sie Songs schnell ihren Sog und Reiz. Trotzdem
sind die 11 Songs grundsolide und können zumindest kurzfristig unterhalten.
Wertung 6/10.