Früher hat man 3p gedisst, heute rollt Azad, ehemaliger Asiatic
Warrior, ganz Deutschland auf. Mit der ersten Single "Gegen den
Strom" machte der Rapper, DJ und Produzent schon Schlagzeilen, weil
er Samy, Deichkind & Co disste. Nun muss er sich mit seinem Hardcore
HipHop auf einem ganzen Album beweisen, das 17 Tracks enthält (möglicherweise
stimmt das nicht, da uns nur eine Vorabversion vorliegt, auf der
endgültigen Version wird auch "Samy de Bitch" enthalten sein). Die
Erwartungen liegen hoch, und wer sich solch hohe Erwartungen gesetzt
hat, muss diese mit dem Album vielleicht zurückschrauben. "Leben"
ist zwar ein Album über dem Durchschnitt geworden, das sich von
der Masse absetzt, aber es ist nicht dieses erwartete Hammer-Album
geworden. Denn oft hat man den Eindruck, dass die zahlreichen Gäste
wie Curse, Kool Savas, Chabs, Ebony Prince oder Lunafrow das tragende
Gerüst sind. Das Battle-Ding von Azad funktioniert zwar gut, die
Beats hauen rein, aber immer wieder hat man den Eindruck, dass das
Gesamtbild versumpft. Abseits von Battle verlieren auch Azads Raps
und seine Stimmung die Wirkung. Wirklich tight kommt da nur die
Single "Leben" rüber. "Unaufhaltbar" klingt dagegen wie komplett
bei Busy geklaut, deshalb ist der Track natürlich nicht schlecht,
aber uninteressant. Das Album "Leben" hat mit Sicherheit eine Menge
gute Songs zu bieten, als Album will es aber einfach nicht passen.
Zu konfus ist das zusammengestellt. Als Fazit bleibt also, Azad
bringt uns jede Menge Hardcore Rap und jede Menge dicke Einzel-Tracks,
aber leider ein unausgereiftes Album. Wertung 6/10.