Tour
Report anlässlich der Pyogenesis Remixplatte "P"
Zur
Veröffentlichung der Remixplatte "P", hatten Pyogenesis zur ersten "Rock´n´Roll"-Butterfahrt
geladen. Los ging es Freitag morgens um 7 Uhr in München, wo der Bus die
ersten der knapp 50 Mitreisenden aufsammelte. Die "Reisegruppe Butterfahrt"
rollte nun vom Süden herauf durch halb Deutschland um dann gutgelaunt
in der Visions-Redaktion in Dortmund halt zu machen, und dort das Chaos
ausbrechen zu lassen. Von dort ging es weiter nach Marl, in den Schacht
8. Da man, wie es immer ist, weit hinter dem Zeitplan lag, wurde der Soundcheck
in Rekordgeschwindigkeit über die Bühne gebracht. Es folgte die Präsentation
des zeitgleich zum Album erscheinenden Homevideo auf einer Großbildleinwand,
was die Stimmung noch weiter hob. Diese fand bei der anschließenden Show
den Höhepunkt. Pyo rockten das volle Haus nach allen Regeln der Kunst.
Es wurde gepogt und gedived was das Zeug hielt.
Bis
hierher basieren meine Erzählungen jedoch nur auf die Berichte der Anwesenden,
da es mir mein Zeitplan nicht früher erlaubte dazuzustoßen. Somit kam
ich erst beim letzten Zugabenblock an, aber es sollte noch dick genug
kommen. Denn jetzt begann eine Aftershowparty die sich gewaschen hatte.
Schnell wurde etliche Bier geleert, allen Hallo gesagt, und ab auf die
Tanzfläche, wo sich die ganze Band zum abrocken versammelt hatte. Im Nebenraum
des Schachts genossen einige bereits ihre wohlverdiente Nachruhe, da manche
bereits seit halb zwei morgens unterwegs waren und der Schlafmangel seinen
Tribut zollte. Andere hatten es sich auf dem Matratzenlager gemütlich
gemacht und konsumierten ihre mitgebrachten Getränke. Später in der Nacht
funktionierte eine anonyme Person die Mülltonne kurzerhand zum Essensauswurfauffangbehälter.
Was
wahrer Punkrockgeist ist, bewiesen die zwei jüngsten Teilnehmer. Sie hatten
nachmittags erfahren, daß noch 2 Plätze im Bus frei waren, und haben sogar
ihr Essen stehen lassen (sic!), um, ohne irgendetwas außer den Klamotten
die sie am Leib trugen, mitzufahren. Einer von ihnen hatte nicht einmal
einen Pulli dabei! Rock on sag ich da nur.
Am
nächsten morgen schleppten sich dann alle leicht bis schwer verkatert
in den Bus um nach Köln weiterzufahren. Hier gab es dann auch schon die
ersten Ausfallerscheinungen und 2 Fans verließen uns aufgrund von körperlicher
Erschöpfung. Tja, Rock´n´Roll ist nun man kein Zuckerschlecken. Der Rest
wurde nun zum Media Park gefahren. Dort stiegen dann 2 Kameramänner von
VIVA2 2Rock ein, die das ganze Spektakel filmtechnisch für die Nachwelt
und die VIVA-Gucker festhalten sollten.
Während
des Wochenendes entwickelte sich der Running Gag des "Feuchten Fuzzis"
(sprich: sich den Finger abschlecken und jemandem anderen ins Ohr stecken
- LECKER!), der auf der Fahrt in Heartbeat Studio seinen Höhepunkt fand,
als Buffo vom Rock Hard während des Interviews vor laufenden Kameras Flo
von Pyo einen Fuzzi verpaßte. Chaos pur!
Im
Heart Beat Studio wurden nun alle in 10er-Gruppen in den Aufnahmeraum
geschleust, um unter der Regie von Wolfgang Stach, der ja auch Such A
Surge und Guano Apes produzierte, die Backgroundvocals für einen neuen
Song einzusingen. Die Leute von Madonna Hip Hop Massaker, die gerade im
Studio weilten um ihren neuen Longplayer einzuspielen, beobachteten das
Ganze eher skeptisch. Jetzt wurde noch schnell der Pizza-Service rekrutiert
und weiter ging es zu Campingplatz Köln-Poll. Alle stürmten zum Kiosk
um sich mit essen einzudecken, welches auf den "Free cooking"-Kochern
in halbwegs angenehme Temperatur gebracht wurde.
Nachdem
alle ihre Mägen halbwegs gefüllt hatten, ließ man sich am Rheinufer nieder,
um einer äußerst coolen Unplugged-Performance von Pyo im Sonnenuntergang
zu lauschen. Inzwischen kannten sich alle Leute untereinander, so daß
fast eine Art Zeltlagerstimmung aufkam. Als es irgendwann so dunkel war,
daß keiner mehr die Hand bzw. die Gitarre vor Augen sah, wurde die Vernichtung
des restlichen Biers zum Hauptziel erklärt. Nach und nach verzogen sich
die Leute in die Zelte, und als im Morgengrauen die letzten Unermüdlichen
aufgaben, schälten sich schon wieder die ersten aus den Schlafsäcken.
Während
am nächsten Morgen alle in den Bus einstiegen, um die Heimreise anzutreten
hieß es für mich, Abschied nehmen, da meine Wege mich zurück in den hohen
Norden führten. Auf jeden Fall war dies eine unglaublich feine Aktion,
die schwer nach Wiederholung verlangt, und keiner der dabei war würde
auch nur eine Sekunde zögern wenn es darum ging, wieder mitzukommen.