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Infos Marlboro BBQ Jam am Fühlinger See News


20.08.00
Köln
Fühlinger See

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Die BBQ Jam war wie im vergangenem Jahr im Rahmen des Ringfestes am Sonntag nachmittag und natürlich wieder kostenlos. Auf dem Programm standen diesmal als Main Act Pharaoe Monch und zudem zwei andere Dinger, ich glaube Be und irgendwas anderes, Tocotronic glaube ich. Von denen hatte ich vorher nix gehört, und da ich dachte, dass es eine Hip-Hop Jam wird, war ich etwas überrascht und vor allem skeptisch. Naja, kostenlos und Pharaoe Monch ist eine sehr einladende Kombination, und da auch das Wetter sehr gut aussah, machte ich mich hin. Angekommen so gegen 4 Uhr, gab´s dann direkt nen Knaller: Black Eyed Peas standen auf dem Programm. Das machte doch Vorfreude...

Neben Musik waren natürlich auch wieder die Tussen da, die überall Kippen verteilten. Für Nichtraucher gabs Kaugummi und Feuerzeuge... Diesmal waren mehrere Essensstände vorhanden, was direkt mal eine riesige Verbesserung gegenüber letztem Jahr war, denn dort hatte es nur einen gegeben und man hatte mindestens eine Stunde für Rippchen angestanden. Jedenfalls war erst mal Zeit zum auschillen, denn die Sonne kam leicht durch, und die Atmosphäre am Fühlinger See ist zu einladend, um sich nicht auf die Wiese zu begeben und hinzulegen oder Hackysack zu spielen.

So gegen halb fünf kam dann der erste Act, der komische Musik spielte; für mich schwer einzuordnen, so rock-mäßig, ein bisschen wie Santana vielleicht? Naja, darauf ging jedenfalls keiner ab und Leute chillten weiter und auch den zweiten Act durch, bis dann Hip-Hop Töne kamen und es anfing zu regnen. Pünktlich zum Auftritt setzte es dann richtig mit dem Regen ein, und zu allem Unglück kam die Massage: "Yo, my boy Pharaoe Monch couldn´t make it today, but... bla bla bla." Scheiße. Ich weiß nicht, wie viele Heads extra wegen Simon Says gekommen waren, doch die Enttäuschung war sichtlich groß. Zum Glück standen jedoch noch die Jungs aus Cali auf dem Programm, und der Herr, der die Botschaft verkündete war Mister Complex. Das war ja dann doch noch einiges, und so fing sein Auftritt an. Leider war zu dem Zeitpunkt der Regen schon sehr stark, dass es leider nicht so abging; und ich glaube, auch nur die wenigsten bekamen überhaupt mit, wer da auf der Bühne steht, denn erwähnt wurde sein Name nirgens. So spielte er also ein paar Songs, bis er am Ende ankündigte, Simon Says zu performen, und noch während er redete, stürmte direkt alles nach vorne. Als die ersten Beats einsetzten, ging es dann echt heftig ab, die Leute drehten durch und das Publikum bouncete und war recht aggressiv. Ich fing mir viele Schläge ein, doch die Stimmung war bei seinem letzten Lied ziemlich gelungen, so dass es sich lohnte, mal auch fett primitiv abzugehen. Nach dem Auftritt war dann zunächst Regen und Warten angesagt. Jetzt fing es richtig an zu schütten, und viele Leute gingen deshalb nach Hause. Wahrscheinlich waren die Zielgruppen der aggressiven Hardcore Hörer und der chillige Beats Hörer dann doch zu verschieden, um sich beide Acts reinzuziehen. Als dann nach langer Zeit endlich die Peas anfingen, hörte es pünktlich auch wieder auf mit dem Regen. Es kam sogar die Sonne durch, und so konnte trocken auf dem matschigen Boden abgegangen werden.

Die BEP überzeugten mit ihrer Bühnenshow auf jeden Fall durch und durch. Sie traten mit einer Liveband und ihrem DJ auf, so dass das ganze irgendwie recht sommermäßig rüber kam. Dazu waren die Peas aufeinander so abgestimmt, wie man es selten sieht; funky und super dicht, mit komischen Gesichtern und Bewegungen, wie man es von den Jungs kennt, gingen sie gut ab. Immer wieder sprachen (oder besser: rappten) sie das Publikum direkt an, und manchmal war man fast ein bisschen überrascht, wenn einer von ihnen auf einmal mit dem Finger auf einen zeigte und anrappte. Zwischendurch wurden immer wieder ein paar Freestyles gekickt, wobei die Qualität dann nicht umwerfend hoch war; wahrscheinlich waren sie schon viel zu dicht, wie man es ja von Amis in Köln kennt (hehe). Zusätzlich gab es dann noch eine kurze Breakershow von den dreien, was man beim ersten Anblick derer gar nicht glauben könnte. Insgesamt spielten die Repper ziemlich lang und setzten auch noch Zugaben nach. Man merkte auf jeden Fall, dass die drei schon oft zusammen auf der Bühne standen, denn irgendwie ergänzten sie sich perfekt. Irgendwann war es dann genug mit den dichten Hampelbewegungen der drei, und das Publikum ging völlig zufrieden und froher Erkenntnis, dass sich das Kommen und Warten im Regen trotz Pharaoe Monchs Absage eindeutig gelohnt hat. Hoffentlich holen die Marlboro Leute nächstes Jahr wieder solche Acts, die nicht-Hip-Hop Acts sind aber mehr als überflüssig gewesen. Bis zum nächstem Jahr.

by Daniel Willam


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