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Keith Caputo
Toploader
Coldplay

05.12. Hamburg
Große Freiheit

 


Kleiner Mann ganz groß
Es ging mir ja an diesem Abend hauptsächlich darum, den kleinen Mann aus New York zu sehen. Anfangs dachte ich auch das Toploader, die ja mit "Dancing In The Moonlight" den so ziemlich nervigsten Radiohit des Sommers hatten, das Dreier-Package headlinen würden. Dem war leider nicht so. Als ich so gegen 21 Uhr in der Großen Freiheit ankam waren Coldplay gerade fertig. Ihre Mischung aus Radiohead und Muse hätte ich sehr gerne gesehen, aber wer konnte schon ahnen, daß die Briten bereits um 20 Uhr auf die Bühne mußten.

Da Caputo nun doch als Hauptact spielte, mußte ich mir nun erst noch Toploader antun. Langweiliger Mainstreamrock für den durchschnittlichen Radiohörer. Zeitweilig mußte ich, vielleicht auch nur aufgrund der Lockenpracht des Sängers, an Simpley Red denken. Beim Hit klatschten dann auch alle mit und als Zugabe gab es noch die neue Single. Eine professionelle Show, die trotzdem nichts daran änderte daß ich diese Band einfach nicht mag.

Aber auch diese Zeit sollte vorbeigehen und es lohnte sich zu warten, denn was Keith Caputo bot, zeigte einmal mehr, daß Ausstrahlung nichts mit Körpergröße zu tun hat. der kleine inzwischen in Europa wohnende Mann wand sich in seinem viel zu großen Schlabberpulli auf der Bühne so überzeugend durch sein Programm, daß einem einfach nichts anderes übrig blieb, als mit ihm zu leiden. Das Programm bestand hauptsächlich aus den Songs des Albums "Died Laughing" bzw. "Died Laughing Pure" aber auch Stücke seiner alten Band Life Of Agony fanden ihren Weg in die Setlist. So paßte "Gently Sentmental" perfekt zwischen die anderen Songperlen. Anders als auf dem Album, wurde in den Songs viel mehr improvisiert, so daß das Ganze die Atmosphäre einer Jamsession hatte. Die Anwesenden dankten es ihm mit überwältigem Jubel zwischen den Songs. Als er sich es dann zu "Let´s Pretend", für mich persönlich einer der größten Songs überhaupt, mit der Akustikgitarre auf einem Barhocker gemütlich machte, floß im Saal sicher die eine oder andere Träne der Rührung. Überwältigt vom Beifall der Leute verließ Caputo nach knapp 90 Minuten die Bühne. Das Licht ging an und man wurde wie aus einem Traum in die Wirklichkeit zurückgerissen. Mit einer gesunden Portion Melancholie, machte ich mich auf den Weg in die kalte Nacht und freute mich, daß ich an diesem Abend dabeisein durfte.

by Felix Heinrich


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