Diejenigen, die an diesem Abend aus einer anderen Stadt kommen und Köln nicht gut kennen, haben bestimmt keine großen Probleme damit, den Weg in die Live Music Hall zu finden. Es reicht, den Menschen mit „Turbojugend-Jacken“ zu folgen.
Es ist ein Sonntag. Für viele ein Tag zum Hassen. Die Sonntag-Hasser sollten daher an diesem Tag Konzerte besuchen, um ihre gute Laune zurückzubekommen. Es hilft.
Die Live Music Hall ist voll, sehr voll. Gut für „Turbonegro“, schlecht für mich. Kaum Luft zu atmen. Hätte ich lieber eine Sauerstoffmaske mitgebracht? Meine spießigen Gedanken werden unterbrochen, als die Vorband „Boozed“ aus Niedersachsen um 20:00 Uhr anfängt. Die Band besteht aus fünf Jungs, die einen ziemlich gutgelaunten Eindruck machen. Sie besetzen vierzig Minuten die Bühne, um ihre energischen Rock’n’Roll-Songs zu spielen. Ich will dieses Wort gar nicht benutzen, aber an dieser Stelle ist es notwendig: sie „rocken“. Kurz bevor sie fertig sind, fragt Sänger Markus das Publikum: „Bock auf Turbonegro?“. Alle schreien natürlich: „Jaaaa!!!“. „Ich auch, ich auch“ sagt Markus. Nach dem Gitarrensolo, das sehr an die „Rolling Stones“ erinnert, verlassen die Jungs von „Boozed“ die Bühne.
Während man auf „Turbonegro“ wartet, laufen in der Live Music Hall die Reihe nach alle Lieder aus dem ersten „Foo Fighters“- Album. Schönes Album.
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Um 21:20 stehen die Death Punker auf der Bühne. Sänger Hank von Helvete ist sehr gesprächig und kennt sogar die wichtigsten deutschen Sätze wie „Was ist das ne Scheisse!“ und „geil, scheiss geil“. Vor „Back To Dungaree High“ sagt Hank: “Guten Abend Köln, guten Abend Turbojugend! Wanna tell you something: “Fuck school, fuck the teachers, fuck the parents..(Ich denke: Mann, Hank, hör doch auf, ich fühle mich wie 12!)..fuck mom, fuck dad, fuck yourself, that’s the best thing!”. Er klatscht gerne in die Hände, während er singt. „Apocalypse Dudes“ scheint ihr Lieblingsalbum zu sein, denn viele Songs stammen heute aus diesem Album. Selbstverständlich werden auch viele Songs wie „Do You Do You Dig Destruction“ und „Welcome To The Garbage Dump“ aus ihrem neuen Album „Retox“ gespielt. Es ist ziemlich heiß in der Live Music Hall, und Hank hält es anscheinend nicht aus. Er zieht seine Jacke aus und meint: ”I need some water because you’re so hot!” Während “Sell your Body(To The Night)” läuft, gibt es einen Geldregen, die Scheine fliegen herum. Nach diesem Song fragt Hank die Turbonegro-Fans: “ Do you wanna get it on?” Es ist immer ein cooles Gefühl, wenn Bands eins ihrer meistbekannten Lieder spielen und man dabei sein darf. Bei „Get It On“ ist es auch der Fall. Es ist wahrscheinlich ein Turbonegro-Lied, das von DJs in Discos am liebsten aufgelegt wird, was zur Folge hat, dass man schon mindestens hundert Mal zu diesem Song getanzt hat. „Besonders sonntags liebe ich das Death Punk-Gefühl, denn das Wochenende ist noch nicht zu Ende“ sagt Hank. Eine sehr optimistische Einstellung, Hank. Er fügt hinzu: “Denn man hat noch 3 Stunden „to get wasted“. Ein guter Übergang zu dem Lied „Wasted Again“.
Um 22:15 verlassen die Norweger die Bühne. Zugabe folgt einige Minuten später. Die ersten zwei Lieder sind aus „Apocalypse Dudes“: „The Age of Pamparius“ und „Prince of Rodeo“. Wie Hank sagt, kommt als „letzte Lied“: „I Got Erection“. Hank von Helvete bedankt sich sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch, und das Konzert ist um 22:30 zu Ende. Wo blieb denn „Drenched in Blood“?