04.06. Darmstadt - Centralstation [verlegt vom 29.05.]
Spätestens seit „I wish I was a punkrocker“ kann man Sandi Thom als eines der frischsten Mitglieder im Kreise der neuen, innovativen Popmusik bezeichnen. Die sympathische, kleine Sängerin aus Schottland, die mitreißende Songs mit mal leichten aber häufig auch kritischen Texten schreibt, läutete am vergangenen Montag ihre Europa Tour im Kölner Prime Club ein.
Unverständlicherweise war das Publikum aber relativ klein, als Sandi gegen 21.30 Uhr mit ihrer Band die Bühne betrat. Dies sollte dem Konzert jedoch keinen Abbruch tun und frei nach dem Motto: „Wer jetzt nicht hier ist, ist selbst schuld!“ startete der Abend gut gelaunt mit „When horsepower meant what it said“ und Frau Thom überzeugte mit beeindruckenden Live-Qualitäten. Denn wie oft fragt man sich, wer bei den Aufnahmen zu gewissen Platten vorm Mirko gestanden hat, wenn man die “Interpreten“ dann live hört? Hier allerdings bekam der Fan im kleinen Rahmen mit loungiger Atmosphäre noch was geboten für’s Geld.
Und dass, obwohl bis vor ein paar Tagen noch gar nicht feststand, ob das Konzert überhaupt stattfinden konnte, denn die Sängerin hatte sich eine schwere Erkältung zugezogen. Nachdem der Arzt schließlich Sprechverbot erteilt hatte und Sandi sich auch eisern dran hielt (was ihr nach eigener Aussage ziemlich schwer gefallen war), spielte die Stimme am Montag dann aber doch wieder mit und einem gelungenen Abend stand nichts mehr im Wege.
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Sie genoß es sichtlich auf der Bühne zu stehen und zeigte Vielseitigkeit indem sie nicht nur Gitarre sondern auch Mundharmonika und Keyboard spielte. Mit melodischem, mehrstimmigen Gesang und einer dezenten, passenden Lichtuntermalung boten Sandi Thom und ihre vierköpfige Band Unterhaltung pur. Neben bekannten Songs wie “What if I’m right“ oder “Little Remedy“ gab es auch neue Nummern wie die berührende Ballade “They don’t make mirrors like they used to“ zu hören.
Nach einer Zugabe, die das kleine aber begeisterte Publikum verlangte und bekam, neigte sich der Abend dann dem Ende zu. Wer ehrliche, handgemachte Popmusik mit Countryeinschlägen mag, sollte sich das nächste Konzert von Sandi Thom nicht entgehen lassen. Auch wenn es dann sicher etwas enger im Saal sein wird, denn die Fangemeinde der 24-jährigen Schottin, die als erste Musikerin überhaupt einen Plattenvertrag während einer Webcam Übertragung unterschrieb, wächst stetig.