Verdammt, was machen diese Country / White Trash / Trucker – Lookalikes da oben? Langsam müsste doch Lambchop auftreten? Auch so kann es starten, wenn man eine „gesichtslose“ Band, die man auch noch nicht lange kennt, dann zum ersten Mal sieht. Ein wenig wird geschaut und dann kommt der Moment in dem der Sänger die ersten Töne anstimmt und alles wird gut. Zuweilen sogar extrem gut.
Nils Koppruch durfte unangekündigt den Abend beginnen. Der Ex-Fink Sänger passte aber auch gut ins Programm. Musikalisch war es deutscher Singer/Songwriter Kram und wurde als Ein-Mann Show mit einer Akustikgitarre aufgezogen. Die Aufgabe des Aufwärmens wurde nicht ausschließlich, aber doch auch wegen seiner Fanbase und seiner Beliebtheit im Hamburger City-Bereich locker gelöst. Aber auch die Unwissenden konnten verstehen, was das sollte: Ein Songwriter, der mit einer Gitarre auf die Americana Band vorbereitet – ja das geht klar. Ich möchte hierzu einen Zuruf aus dem Publikum zitieren: „Danke, man!“
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Aber nun kam es ja zu der oben bereits erwähnten Schocksituation. Lambchop kennen gelernt habe ich zur gleichen Zeit wie Bonnie „Prince“ Billy, den ich nun auch schon live bewundern durfte. Auch der hatte mich mit seinem Auftreten überrascht – hier ging das ganze nun in die entgegengesetzte Richtung, statt kautziger Eigenbrödlermusik sah das eher nach Hardcore-Country aus. Aber dann die Erlösung und was ich damit meine kann man auf jeder Lambchop Platte hören, die Stimme setzt ein, bassig, getragen, dunkel und heldenhaft leidend. Dies ist für mich der Schlüssel zur Band und zu dem Konzert gewesen. Alles an dem Abend drehte sich um diese Stimme, die von der 6-köpfigen Band untermalt und umschmeichelt wurde. Eine gute Band, bei der ein schneeweißer Flügel (in echt!) die optische und der Bass die akustische Hauptattraktion gewesen sein dürften. Was noch? Einige kleine Scherze in american Slang über irgendwelche Filme und eine Setlist, die die lange Bandgeschichte ganz gut repräsentierte – zumindest waren von der „Damaged“ nur etwa 4 Songs dabei. Wunderbar war die ganze Sache auch dank der hohen Temperaturen im sonst so kühlen Norden – ein Abend für die Ladies, ein Abend für den Cowboy.