Endlich einmal wurde die Langeweile und das Warten auf die großen Festivals im Sommer unterbrochen: Hurricane und Southside kamen am Donnerstag in Köln auf die „Club Tour Part I“.
Bei den Festivals Hurricane und Southside assoziiert jeder sicherlich sofort Tausende von Menschen, super Laune und gute Musik – und das leider auch nur in den Sommermonaten. Also hieß es bis jetzt immer warten, warten, warten. Abhilfe sorgten Hurricane und Southside glücklicherweise am in der Kantine in Köln. Mit rund 250 Zuschauern sehr viel kleiner als ein Festival, aber immerhin ist es ja auch eine „Club Tour“.
So fing der Abend im sehr angenehm kleinen Kreis mit „Plain White T’s“ an. Die fünf Musiker aus Chicago begeisterten die Zuschauer schon zu Anfang mit rockigen Indie- und Pop-Tönen, und sorgten direkt für Bewegung in der Menge. In den Umbaupausen wurden jeweils immer Hurricane T-Shirts, Feuerzeuge und Schlüsselanhänger an die Menge verteilt.
Währen die drei Sheffielder (UK) von „Bromheads Jacket“ bereits auf der Bühne standen, wurden einige wenige Zuschauer plötzlich abgelenkt und begaben sich zum Ausgang der Bühne wo „Plain White T’s“ Autogramme gaben, sich für Fotos mit den Fans aufstellten und sich locker mit ihnen unterhielten.
Währenddessen wurde es vor der Bühne etwas rockiger als „Bromheads Jacket“ richtig in Fahrt kamen und Punkrock mit typisch englischem Slang präsentierten.
Gitarist und Sänger Tim drehte sogar so auf, dass er sich plötzlich mitsamt Gitarre in der Menge wieder fand und dort weiter spielte. Zwischenzeitlich versuchte er mit seinen Deutschkenntnissen beim Publikum zu glänzen, jedoch klappte das nicht hundertprozentig und so wurde aus dem Kölner Dom auf einmal „Dope“. Und warum sollte Tim nach einem zweiten Bad in der Menge einfach hinter der Bühne verschwinden? Stilvoll verlies er a la Stagediving Manier die Bühne und lies sich vom Publikum davontragen.
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Abermals rockig zwischen Indie und Pop wurde es mit „The Films“, bei denen es doch etwas enger vor der Bühne wurde, da die Fans nach vorne drängten und sich von der Musik mitreisen ließen. Wer sich am Ende des Abends beim Herausgehen ein bisschen Zeit gelassen hatte, konnte selbst mit Bassist Jacob Sinclair von „The Films“ noch einige Worte wechseln, ein Autogramm abstauben oder ein Erinnerungsfoto schießen.
Schließlich war es soweit und die Vorbereitungen für „OK Go“ wurden getroffen. Bei den Aufbauarbeiten strahlte ein Beamer verschiedene Bilder auf die Bühne, die an Tapeten aus den wilden 70er Jahren erinnerten. Dann wurde es dunkel und mit Keyboardsounds und entsprechender Lichtshow fingen die vier Musiker aus Chicago ihren Auftritt an. Schon nach ein paar Liedern ging auch Sänger Damian Kulash auf Tuchfühlung mit den Zuschauern und sprang in die Menge und sang inmitten dieser einfach weiter. Wieder auf der Bühne angelangt und der ihn anpogenden Menge entkommen, holte er einige Lieder später eine Taschenlampe hervor und vorderte die Menge auf, in der Mitte ein bisschen Platz zu machen. Er begab sich dorthin, wo bereits Bassist Tim Nordwind und Gitarist/Keyboarder Andy Ross mit Akustikgitarren auf Damian Kulash warteten. Was nun folgte ist sicherlich nur in kleinem Kreis möglich: „OK Go“ verlagerten das Konzert von der Bühne in die Menge und spielten hautnah und umringt von den Zuschauern einige Lieder.
Als wäre das nicht schon genug Show gewesen, wurden bei der Zugabe „Do What You Want“ plötzlich Konfettikanonen ausgelöst, welche zusammen mit den langen Zeppelin-Lufballons die Bühne zu einem bunten Farbenspiel machten. Die Fans waren dabei kaum noch zu halten vor Begeisterung. Doch als nach der Zugabe „OK Go“ sich verabschieden wollten, wurden sie von den Fans nicht gehen gelassen, und wurden aufgefordert, endlich zu tanzen. Nach einigem scherzhaftem Hin und Her erklärten sich „OK Go“ auch bereit zu tanzen – und wo geht das besser als im Backyard? Kurzerhand wurde der Hinterhof aus dem Video „A Million Ways“ per Beamer auf die Bühne projiziert und die vier Musiker bewiesen ihr t änzerisches Talent ohne einen einzigen Fehler zu machen. Somit schlossen sie einen sehr unterhaltsamen Konzertabend erfolgreich ab und verstärkten die Vorfreude auf den zweiten Teil der Clubtour und auf die großen Festivals nur noch mehr.