Das man auch am zweiten Weihnachtstag ein Rockkonzert veranstalten kann, wurde am 26. Dezember in der Eisenbahnhalle in Losheim unter Beweis gestellt: Itchy Poopzkid und Die Happy wollten die besinnliche Zeit mit einem Paukenschlag beenden.
Um 20 Uhr ging es los, die drei Männer von Itchy Poopzkid gaben ab dem ersten Moment alles, um das Publikum aus der weihnachtlichen Lethargie zu reißen: Zwischen den Liedern wechselten sich die beiden Sänger „Sibbi“ und „Panzer“ mehrmals mit dem Spielen von Bass- und E-Gitarre ab, doch anscheinend waren die beiden echte Profis, denn sie konnten sowohl das eine als auch das andere Instrument mühelos und sehr schnell spielen. Zumindest oben auf der Bühne ging es rund: Beide sprangen, rannten spielten und sangen was ihre Körper her gaben, doch sie mussten selbst feststellen, dass das Publikum wohl noch etwas müde und satt vom Weihnachtsessen war. Um die Stimmung dennoch etwas aufkochen zu lassen, organisierten sie schnell ein Treffen der „Pogo-Interessierten“ in der Mitte der Menge und schon hatte man das Gefühl das ein bisschen Punk-Rock-Atmosphäre in der Luft lag.
Nach einer kurzen Umbauphase kamen dann Die Happy zum Zuge. Die drei Musiker um Frontfrau Martha Jandová wollten nun endlich etwas mehr Bewegung und Stimmung in die nicht ganz gefüllte Eisenbahnhalle bringen.
Anfangs jedoch war es das selbe Bild wie vorher, viele Leute standen herum, ein bisschen mit Gewippe war das höchste der Gefühle. Man hätte fast meinen können, die Hälfte der Besucher hätten ihre Karte zu Weihnachten geschenkt bekommen und hätten keine allzu große Lust hier zu sein.
An den Bands lag es jedoch nicht, auch Die Happy gaben es nicht auf, die Leute noch dazu zu mobilisieren, „tanzenderweise den Weihnachtsspeck zu verbrennen“. Und die Geduld wurde belohnt, zuerst erzählte Martha noch einige lustige Anekdoten zwischen den ziemlich rockigen Stücken und die positive Reaktion (Gelächter über die Anekdoten) ließen das Publikum auftauen.
Und urplötzlich war, nach einem sehr ruhigen und melancholischen Lied, als es wieder rockiger wurde, die ganze Halle hellwach und nun wurde auch mitgesprungen, mitgesungen, gepogt und so weiter. Die Stimmung war danach sogar so gut, dass es zwei Zugaben gab. Alles in allem, ob man nun eine Karte geschenkt bekommen hatte oder nicht, es war doch ein sehr lohnender rockiger letzter Weihnachtsabend für alle.