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Infos Live: Dance Fever in Mannheim News


02.04.2007
Mannheim
Rosengarten

 

 


Das Bühnenspektakel um die wohl berühmteste Tanzromanze fängt zunächst mit frechen, verspielten Details und farbenfrohen Bühnenbilder vielversprechend an. Erstklassige TänzerInnen und groovige Musik der 60er Jahre, furios dargeboten vom clever präsent-versteckten Orchester machen Spaß und animieren zum Mitschwingen. Doch nicht allein, dass erst nach einer halben Stunde mit „Be My Baby“ das erste Stück aus „Dirty Dancing“ gespielt wird, das Hauptmanko ist vielleicht ein grundlegendes: So liegt die Geschichte ziemlich weit vom Original entfernt, und auch, wenn sie ihren eigenen Reiz entwickelt, gestaltet sich die Suche nach der „Rebellion gegen alle Regeln“ doch als ungleich mühsamer als im Kinoerfolg von 1987.

Zudem flacht die heiter-schwungvolle Stimmung nach der Pause beinahe schlagartig ab und wandelt sich zu zahnschmerzauslösenden Dialogen, bauchverkrampfender Schauspielerei und vorhersehbarem Zuckerende. Allein der einfach atemberaubende Finaltanz mit Figuren, die aus dem Wirbeln gar nicht herauszukommen scheinen, wenn auch ohne die berühmte Hebefigur, kann vielleicht minimal entschädigen. Die emotionale Sinnkrisen-Nabelschau allerdings, die schon im Film kein Glanzstück darstellt, strapaziert hier durch himmelschreiend-grausige Unglaubwürdigkeit auch die geduldigsten Nerven.
Doch am meisten verärgert, dass die herzprickelnde Atmosphäre, welche seit den 80ern Millionen Teenies und schon lange dem Backfischalter Entwachsene hinschmelzen läßt, bei dieser Produktion zu halbnacktem Geschmuse unter oft zu lautem Gehämmere der Musik verkommt.

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Frustrierend auch, dass die Show bis auf Grundzüge, genau drei der Hit-Lieder, etwas Mambo und gelegentliche, überhaupt nicht spontan wirkende Anspielungen, so gar nichts mit Emile Ardolinos Kinotraum gemein hat. Schließlich kann auch die fröhlichste Stimmung kaum für die auf Plakaten und in Begleittexten clever eingefädelte mutwillige Täuschung entschädigen. Schlimm vor allem für all die, die einen der schönsten Tanzfilme aller Zeiten genau 24 Stunden zuvor im Fernsehen gesehen haben.

 

 

Autor:
Natascha Salem
Photos:
Pressefreigaben


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