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Infos Live: Curse in Heidelberg News


21.12.2006
Heidelberg
Schwimmbad Musik Club

 

 


Donnerstag Abend vor Weihnachten…fühlt sich ein bisschen an wie Friday before Christmas, denn Curse und ein paar Jungs treten in Heidelberg auf. In dem Saal herrschen rege, erwartungsvolle Hip-hopper Gespräche. Man kennt sich eben. Der kleine 14 Jährige aus der Altstadt, der Lehrling aus dem Vorort, die „Old-Schooler“, die ebenfalls präsent sind... und auffallend viele Frauen, von der Friseuse bis zur Studentin oder Müttern der Teilnehmer. Dress Code? Nicht ganz… Es geht, was passt. Von teueren Designer-Labels bis „normalo XXXL Shirts“ ist alles dabei.

Findet ihr das nicht faszinierend? Ich schon… Dieses kleine Nest im Süd-Westen der Republik hat schon immer einen wichtigen Beitrag zur Hip-Hop Kultur geleistet. Nun zeigt sich hier, dass man nicht nur Old-School hat, sonder auch, dass man Klasse ist. Eins vorweg – es gab keine Zwischenfälle, keine Diss-Attacken, geschweige denn physische Gewalt… das muss erst mal einer nachmachen, gell?

Nun aber zur Old-School…wenn man an Curse denkt, könnte der eine oder andere den Gedanken hegen, nun, der Gute ist nicht nur super klasse, sondern vielleicht auch ein bisschen … classic…FEHLANZEIGE! Curse holte sich auf der Bühne als Vorgruppen nur die Creme de la Creme und bewies aufs Neue unschlagbaren Geschmack und Spürsinn für gute Mucke. Die Jungs, die als Vorgruppen spielten, waren einfach HAMMER! Und nicht nur das – Curse hat auch an die lokale Couleur gedacht…dazu gleich mehr.

Als erstes kam der gute Animus mit DJ Addi und dem Backup Rapper NAW auf die Bühne und der Raum fing schon an zu beben…Animus, das ist ein böser-guter Junge aus Heidelberg, der neue Hoffnungsträger dieser Gegend. He’s so bad he’s good, you know… Nach klasse Beats und unverschämt guten Rhymes verabschiedete sich die 3-köpfige Mannschaft. Die Menge tobte schon und das Barometer stieg schon  zum Level “Super-Party-Laune”. In der Pause erzählt mir Animus, dass er nie erwartet hätte, dass diese Leute, die er allesamt nicht kannte, für und mit ihm so tobten…Wahnsinn! Was natürlich an seiner Performance lag – er spielte neben Klassikern auch neue Songs...alles selbst geschrieben, natürlich... „Alles Andere kann man nicht mehr als Rap bezeichnen“, erzählte er doch gerade in MKZwo 74. Nach diesem ersten Auftritt schaute ich mich um und fühlte mich ein bisschen wie bei der WM – Wahnsinnsstimmung, klasse Leute, die allesamt mitfeiern, Spaß haben und einfach verdammt nett und höflich sind. Gibt es so was? Gibt es eine Steigerung?

Oh ja…und wie…Germany brachte hard-core Rap made in Minden auf die Bühne und Trauma animierte mit tiefgründiger Musik zum Nachdenken…ich kann das Gefühl, das dem Publikum vermittelt wurde, nicht beschreiben…

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Und dann, ob ihr es wahr haben wollt oder nicht, kam Reno, ebenfalls aus Minden, auf die Bühne…und dann passierte das, was sich der ganze Schwimmbad Club in Heidelberg im schlimmsten Alptraum nicht vorstellen könnte – das Mikro ging nicht…Nach ein paar langen Sekunden merkte man, dass Reno richtig geil rappen kann, aber dass man ihn nur hört, wenn man einen der heißbegehrten Plätze direkt vor der Bühne ergattert hatte. Nach dieser technischen Peinlichkeit merkten die Techniker doch, was geht, und tauschten das Mikro um. Und ich bin direkt aus den Socken gehauen worden…Reno kann nicht nur die Menge in den Wahnsinn treiben und den ganzen Club zum Beben bringen, nein, er hat auch massig Spaß dabei und ist ein absoluter Profi, der sich nicht anmerken lässt, wie nervig so eine Mikro-Panne sein kann. Geile Beats. Wahnsinns Rap. Aus Minden.

Ich weiß nicht, wie es euch ging, aber bei mir…kennt ihr dieses Gefühl, wenn euer Blut eure Ader überhitzt, und alles bebt, und man denkt an gar nichts mehr, man schwebt nur und man genießt einen sehr, sehr intensiven F…? So sah das aus, als Curse auf die Bühne stieg. Profi hin oder her, ich habe mitgebebt und bin mitgesprungen (trotz Profi-Reporterin-Absätze), ich habe geschwitzt und genossen…es gab keinen Höhepunkt, eher multiple Orgasmen…jeder Song war eine Bereicherung an sich; und die vielen Stunden Wartezeit sofort wieder vergessen. Curse ist so wie ein unglaublich guter Lover – er kann Gänge Schalten, hart sein und danach soulful, er zeigt dir Dimensionen, von denen du nicht wusstest, dass es sie gibt…und vor allem, er lässt alle toben, feiern, genießen, schwitzen…AWWW!

Doch nicht genug…ich kenne Curse nicht persönlich, aber ich denke, dass er nicht nur ein unglaublich talentierter Künstler ist, der ein Gespür für den Nachwuchs hat, sondern auch ein Profi, der sehr rücksichtsvoll ist und gleichzeitig Respekt zeigt… Ja, ich dachte auch, dass alles, was ich an dem Abend erlebt hatte, nicht mehr zu toppen war …und dann holte Curse die Stieber Twins auf der Bühne!!! Unsere Heidelberger!!! Überflüssig zu erzählen, wie die Crowd abging!!!

Ich weiss nicht, wie ich er geschafft hatte, an diesem Abend bei Sinnen zu bleiben…ah ja, es gab ein paar „Zugabe“, aber irgendwann musste es doch zu Ende gehen…traurig aber wahr…

Leider ist die Tour von Curse nun schon vorbei…aber wenn ihr ihn mal irgendwo erwischt, sagt mir bitte Bescheid! Und vergesst bitte nicht die Vorgruppen...Wahnsinn ist ein ziemlich schwaches Wort in solchen Fällen…Hand aufs Herz!

 

Autor:
Petruta Tatulescu
Photos:
Pressefreigaben


Bumbanet Magazine

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