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Infos Live: Bonnie Prince Billy in Hamburg News


16.03.2007
Hamburg
Fabrik

 

 


Angelockt wurde ich von zwei Plattenempfehlungen, die letztlich kaum etwas miteinander gemeinsam haben bis auf die Tatsache, dass sie von Will Oldham a.k.a. Bonnie Prince Billy besungen wurden. Dies waren die aktuelle Veröffentlichung „The Letting Go“ und die „Sings Palace Music“, so gutgelaunt die zweite war, so düster ist die erste ausgefallen. Gepaart mit der Verrehrung, die dieser Mann in Songwriter und Americana Kreisen erfährt, sind genügend Gründe zusammen, um dem Phänomen auf den Grund zu gehen.

Die Ankunft in der Fabrik kündigte dann auch schon was Großes an: Als Opener war ein einzelner Gitarrist auf der Bühne – einsam und virtuos vor sich hin klampfend. Das Publikum bestand aus dem gesetzten Pack, dass man bei Songwritern erwartet und gerade dadurch fühlte man sich aufgefangen in der Gruppe „Wissender“, die das Glück hatten aus welchem Grund auch immer heute hier auftauchen zu können. Dann war es auch schon Zeit für den Main Act, der mindestens ebenso unspektakulär wir großartig auf der Bühne erschien. Da stand dann also für den Rest des Abends ein Mann mit einer Gitarre vor einem Mikro. Das Licht wechselte selten und bis auf einige Einknicker im Knie und den Abgängen zur Zugabe und zum Konzertende passierte optisch nicht mehr viel. Was es allerdings ausmachte waren die Songs und die Ruhe, die zwischen dem begeisterten Beifall herrschte. Wenn man sich nur eine halbe Minute hineinfallen lässt, ist man aufgesogen und kann die nächsten 10, 20 Minuten schwärmen und genießen. Das sind die Momente wo man dem singenden Rancher auf einer Veranda zusieht, während dieser in der Ferne die Regenfront und das Ende des Sommers aufziehen spürt. Die Songs tendierten doch in dieser Vortragsform zur Melancholie, aufgrund der fehlenden Band nicht ganz so treibend wie auf der „Palace Music“, dank der fehlenden Streicher nicht so düster wie die „Letting Go“. Nach dem Konzert weiß ich eigentlich nur, dass die gewählten beiden Alben wohl gut das umreißen was Oldham so komponiert. Weitere Recherchen werden folgen und mir Sicherheit wird da noch die eine oder andere Perle warten.


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Autor:
Karl Mieske
Photos:
Pressefreigaben


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