Recht eigenartig begann der Abend der „Visions Party“ im Partyschloss „Pulp“ in Duisburg: Wenn man das erste mal da war, war es schwer sich vorstellen, dass in solch alten Gemäuern „The Blood Brothers“ gleich auf der Bühne stehen werden und mit ihren Posthardcore-Attacken die alten Wände hoffentlich nicht zum Einstürzen bringen werden.
Auch beim Betreten der Lokalität wird wohl den Wenigsten aufgefallen sein, dass die fünf Musiker aus Seattle ganz ruhig und unscheinbar an einem Tisch im Essensbereich saßen und dort einfach nur chillten. Hätte es keine Probleme mit der Gästeliste gegeben und hätte ich deswegen nicht mit der Managerin reden müssen, wäre selbst ich an ihnen vorbei gelaufen und hätte sie nicht wahrgenommen. Und diese unscheinbaren Fünf sollten gleich so richtig ausrasten auf der Bühne? Ich war richtig gespannt.
Doch erstmal fing das Programm mit Kju: aus Hannover an, die den Abend direkt mit schnellem Alternative-Emo-Rock, und melodischem Punk-Rock-Klängen begannen. Bei ihrem Auftritt gaben sie Einblicke auf das im Januar veröffentlichte Album „Setting Sun" und waren ein kleiner Vorgeschmack auf den musikalischen Sturm, der die Zuschauer noch erwarteten sollte.
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Irgendwie undefinierbar, etwas zwischen Pop und Indie oder wie laut ihrer „myspace“ Seite Afro-Beat. Auf jeden Fall eine Mischung aus allem und noch mehr – das sind Urlaub in Polen. Zwei Musiker, die es schaffen solch eine Fülle an Sound zu präsentieren - das ist sehr lobenswert. Sie servierten mit dem neuen kürzlich erschienenen Album "Health & Welfare" einen regelrechten Urlaub für die Ohren und „die Ruhe vor dem Sturm“.
Nach kurzer Umbaupause war es dann soweit: Ganz unspektakulär und ruhig betraten Jordan Blilie und Johnny Whitney die Bühne und dann hörte man plötzlich „Fire, Fire, Fire!“. Auf einmal waren sie nicht mehr so unscheinbar und ruhig. Ganz im Gegenteil – laut, chaotisch, und unaufhaltsam drehten sie auf der Bühne regelrecht durch. Eine auf die andere folgende Hardcore-Attacke folgend. Mal bahnbrechend schnell, mal brutal langsam. Und der Moshpit wurde auch immer rasanter. Glücklicherweise weist das neuveröffentlichte Album "Young Machetes" auch einige Stücke auf, die den Fans erlaubten ein wenig Luft zu holen, denn sonst hätten bei dem Tempo nicht viele durchgehalten. Durch die schnelle Spielweise war alles dann viel zu schnell vorbei. Dann die Zugabe: Bei “Cecilia and the Silhouette Saloon” holten die Blutsbrüder das Letzte aus sich und ihren Fans heraus und brachten ein letztes Mal die alten Gemäuer des Partyschlosses zum Beben.
Mit Glück kann man sagen, dass das Partyschloss nach diesem musikalischen Sturm stehen geblieben ist.