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30.1.2007
Hamburg
Übel & Gefährlich

 

 


Das neue Album von Damon Gough (BDB) wurde ja immer so „großartig“ mit Bruce Springsteen Vergleichen angekündigt, dass ich wirklich Sorge hatte. Schade wäre es darum gewesen, wenn ich dies nicht getan hätte – zwar hätte ich bestimmt 15 Euro gespart, dafür wäre mir ein wunderbares Album entgangen. Zwar mochte ich die One Plus One nicht, diese Platte war für mich aber eine Wiederauferstehung! Demnach logisch, dass ich mir auch das Konzert mit einiger Erwartung angesehen habe.

Zunächst einmal darf ich mitteilen, dass der Herr auf der Bühne einer der miesesten „Entertainer“ ist, den ich gesehen habe. Das ist jetzt per se nichts schlechtes, nicht jeder muss ein Robbie Williams auf der Bühne sein. Wenn man dafür einen kleinen putzigen Mann mit viel zu warmer, dafür aber style-sicher ausgewählter Bekleidung und geschlossenen Augen hinter Gitarre oder Piano hervorschauen sieht, ist man entschädigt. Somit musste also die Musik wirken, wobei Damon Gough von einer 4-köpfigen Band unterstützt wurde. Besonders gefallen hat mir der Schlagzeuger, der immer wieder die doch ruhigen Songs mit einem präzisen, eventuell fast schon tanzbarem Beat unterlegt hat. Die Mehrheit des Abends gehörte dann wirklich den ruhigen Songs, die zum Teil auch nur mit einer akustischen Gitarre vom Bad Boy alleine gespielt wurden. Das wäre nicht unbedingt meine Wahl der Dramaturgie gewesen, schließlich bietet sich bei diesem Repertoire auch eine kleine funky Phase an. Dennoch waren es am Ende die Highlights, die im Hirn geblieben sind! „Born in the U.K.“ war wirklich ein Hammer, weil die Stimme hier im Lärm der Begleitmusik einfach Dinge freisetzen kann, die man bei leisem Gebrummel nicht erahnt. Dann muss natürlich die Showeinlage bei „All possibilities“ genannt werden, dem Song, den Gough ohne eigenes Instrument gesungen hat: In die Freie hand kamen neben einer Kippe etwa 20 gelbe Tulpen, die im Verlauf des Songs ins Publikum geworfen und gereicht wurden. Zum Schluss kann ich mich nicht für die gelungenste Ballade entscheiden, aber ob es „Minor Incident“ oder „Silent Sigh“ war, ist letztlich auch egal – Hauptsache es hat Spaß gemacht.

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Autor:
Karl Mieske
Photos:
Capitol


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