bumbanet ::: ABBA Mania im Mannheimer Rosengarten ::: music sports and urbanstyle ::: www.bumbanet.debumbanet ::: music sports and urbanstyle ::: www.bumbanet.de
Mit einem Knall eröffnen ABBA Mania ihre großartige Show, einer Art Leitmotiv, das sich durch den ganzen Abend ziehen wird: Aufwendige (Licht)effekte von Stroboskop bis hin zu rot- oder lila-weiß-gestreiften Lichtkegeln, gleißende Blitze, Geldscheine, die sich bei „Money, Money“ über das begeisterte Publikum ergießen, bunte Luftballons, Gold- und Silberluftschlangen, die knallend aus einer Deckenklappe heruntersegeln.
Doch diese Details stellen nur das I-Tüpfelchen eines Konzertes dar, dessen ProtagonistInnen durch unbeschreibliche Begeisterung und Liebe für ihre Arbeit nicht nur überzeugen, sondern vor allem mitreißen.
Zwar wirken einige der Perücken und Kostüme etwas billig und auch die „Choreographie“ teils sehr lieblos, allerdings geht dies in der Bombenstimmung unter. Ebenso wie die Tatsache, dass die anscheinend zu sehr ins 21. Jahrhundert transponierte Hintergrundmusik durch ihre satten Bässe den einschmeichelnd-melodiösen, Abba-typischen Discoklang erschlägt, ihn zu einem schwerverständlichen, dumpf-stampfenden Autoboxen-Rhythmus verkommen läßt, der sich nur bei der Unplugged-Version von „Fernando“ zu einem letzten Authentizitäts-Aufbäumen aufraffen kann.
Aber offensichtlich liegt das Talent der Gruppe darin, selbst das überwiegend ältere Mannheimer Publikum aus seiner volkstypischen Lethargie zu reißen. Mit dem unglaublichen Charme „Bennys“, dem gewinnenden Humor „Björns“ und dem geradewegs von Herzen kommenden Dauerstrahlen „Agnethas“ gelang es den vier Schwed-Briten, die ZuschauerInnen von den Stühlen zu reißen (was eine Dame mit einem herzensseufzenden „Endlich“ – gefolgt von drei Ausrufezeichen quittierte), zum Hopsen zu bringen und zumindest einen harten Kern dort auch die ganze Zeit über zu halten. ABBA Mania sind zwar nicht Moses, teilen aber trotzdem das Meer in fußlahme Softies jeden Alters und stehende Stimmungskanonen. Sie überzeugen die nach 25 Jahren noch immer grenzenlos begeisterten Fans davon, sich Discostäbe zu kaufen, überraschen mit „Lady Marmelade“ oder lieben „Chiquitita“ so, dass sie sich einfach nicht dazu entschließen können, es zu beenden/verwandeln C. in ein An-Aus-Flackern. Vor allem aber verzaubern sie einen Konzertabend in eine schöne Zeitreise für all jene, die den echten Abba-Herzschmerz-Disco-Pop sinnentleerter, dumpfer Industriemucke von heute vorziehen. Und so wird das Publikum mit den beliebtesten Liedern im Potpourri am Ende noch bestens ausgerüstet für den Abba-losen Heimweg.