Ungefähr 3000 (größtenteils) schwarz gekleidete Menschen strömten am Abend des 8. November in Richtung Moselauen, in die Messeparkhalle, denn die „Unholy Alliance“ (bestehend aus Thine Eyes Bleed, Lamb of God, Children of Bodom, In Flames und last, but not least Slayer) spielte an diesem Abend.
Los ging es um 18:50 Uhr mit zehnminütiger Verfrühung: Die Band von Johnny Arraya (der Bruder des Slayer Frontmans Tom Arraya), Thine Eyes Bleed versuchte den Leuten, die es schon in die Halle geschafft hatten, einzuheizen. Doch mehr als etwas Mitgewippe und vereinzeltes Headbanging in der vorderen Reihe war für die Engländer nicht drin, schließlich wollten sich die meisten nicht direkt schon am Anfang verausgaben.
Als dann nach einer halben Stunde die Messeparkhalle bereits gut gefüllt war, ging es weiter mit der amerikanischen Band Lamb of God, die es schon eher schafften, die Menge mitzureißen. Vor der Bühne wurde es voller (damit verbunden auch etwas enger) und die ersten kleineren Moshpits bildeten sich, die aber nicht sonderlich lange anhielten.
So langsam wurde die Menge warm und es wurde Zeit für die dritte Band des Abends: Children of Bodom, die dem Publikum kräftig einheizten. Ihr Auftritt war geprägt von dem Wechsel zwischen schnellen harten Liedern, Keyboard und Gitarrensoli und der Stimme des Frontmans Alexi Laiho, die sowohl Höhen wie Tiefen mühelos meisterte. Dementsprechend war auch die Reaktion bei den Zuschauern wesentlich besser als bei den beiden Vorbands: Vor der Bühne stand nach dem Konzert keiner mehr dort, wo er zu Beginn gestanden hatte.
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Nach einer etwas längeren Umbaupause kamen dann In Flames zu dem Nightrider-Intro auf die Bühne. Wer vorher schon gedacht hatte, es wäre eng, wurde nun eines Besseren belehrt: alles drückte in Richtung Bühne, kein Wunder, denn das was die Schweden hier ablieferten war ein wahres musikalisches Feuerwerk. Die ganze Halle war in Bewegung, bei Krachern wie „Cloud Connected“ oder „Take this Life“ wurde gesprungen, mitgesungen und gemosht was das Zeug hielt. Aber nicht nur der geniale musikalische Auftritt, sondern auch einige Zuschaueraktionen, wie zum Beispiel das Ausleihen einer Kamera um ein Foto der Menge zu machen, sorgten dafür, dass die Securities im Graben alle Hände voll zu tun hatten und einen Stagediver nach dem anderen aus der Menge fischen mussten.
Dann kam sie endlich, die Band, die mindestens so bekannt ist wie „Festival-Helga“: Slayer. Obwohl es sie nun schon seit mittlerweile 24 Jahren gibt, sind sie keinesfalls kürzer getreten: So schnell wie Tom Arraya können wohl nur die wenigsten bangen, auch wenn der Frontman schon einen offensichtlich graustichigen Bart hatte und die höheren Passagen nicht mehr so einwandfrei beherrschte; der Gesang kam größtenteils auch zu leise rüber, was aber auch an der erheblichen Belastung für die Ohren der Zuhörer an diesem Abend gelegen haben könnte. Dies wurde aber durch klares und sauberes spielen der Instrumente von Kerry King, Dave Lombardo und Jeff Hanneman schlichtweg übetönt. Das Publikum kam bei Klassikern wie: „Reigning Blood“, „Dead Skin Mask“ oder „South of Heaven“ und neueren Songs wie „Cult“ voll und ganz auf seine Kosten.
Letztendlich war man aber doch mehr oder weniger froh als alles vorbei war, da fünf Stunden Metal vom Feinsten wie an diesem Abend selbst für den Ausdauernsten sehr anstrengend waren. Und so war pünktlich zur Geisterstunde alles wieder vorbei und die Zuschauer zerstreuten sich um ihren Tinitus auszukurieren... bis zum nächsten Mal.