"Simon Die alte Frau -van Cleef und ich -Festival" stand auf den T-Shirts, und so war es auch: Es gab keine Bands "da oben auf der Bühne", abgehobene Stars und "kleine Fans unten im Publikum", nein, eher ein Treffen von Gleichgesinnten.
Zu Anfang war es noch recht verwunderlich und sorgte für einige Verwunderung und Geflüster wie "Hey, ist das da vorne an der Torwand nicht der Sänger von Tomte?!", doch an die Nähe zwischen Bands und Fans hatte man sich schnell gewöhnt. Den Anfang auf der Bühne machte die Band "Pale", ein guter Auftakt mit zum Teil eher ruhigeren Liedern, aber auch mit einigen Krachern. Manch einer wunderte sich noch: "Hey, das ist ja richtig gut! Hätte ich von einer deutschen Band mit deutschen Texten gar nicht erwartet!", doch das es auch gute, anspruchsvolle und nachdenkliche deutsche Indiesongs gibt sollte im Laufe des Abends noch mehrfach unter Beweis gestellt werden.
Die Kanadier von "The Weakerthans" waren nach Thees Uhlmann, eine Band, die man dabei haben wollte, um "sich selbst etwas Luxus zu gönnen". Durch ihre von Gittarensoli geprägten, sehr ruhigen Songs unterschieden sie sich zwar deutlich von "Pale", trotzdem kamen sie beim Publikum sehr gut an.
Nach einer kurzen Umbaupause kamen dann "Tomte", die die Menge nicht nur durch ihre scharfsinnigen und genialen Songs begeisterten (wie z.B. der Opener "Schrei den Namen deiner Mutter"), sondern auch durch die Entertainerqualitäten von Thees Uhlmann, der von Amüsanten Begegnungen in der Stadt ("Boah, geiles T-Shirt") und seinen Vorstellungen über Christen fressende Löwen und deren Schwimmbadvergünstigungen vor 2000 Jahren, erzählte.
Dann kamen die Jungs von "Kettcar" an die Reihe. Das Publikum war vom ersten Song ("Deiche") voll dabei, und spätestens als dann wieder Thees Uhlmann als Gastsänger bei "48 Stunden" war allen klar: Das ganze Festival war ein Treffen vieler Freunde, für jeden war etwas dabei und keiner war allein. Die lautstarke Forderung nach einer Zugabe wurde von den beiden Wiebusch Brüdern Marcus und Lars mit dem Song "Balu" voll und ganz erfüllt. Viele bereuten an dieser Stelle keine Feuerzeuge mitgebracht zu haben.
Mit dem Vorurteil, dass deutscher Humor nicht gut wäre, räumte im Anschluss "Olli Schulz und der Hund Marie" auf: durch einige lustige Anekdoten aus seinem Leben (Freddy Kruger Puppe) und durch eine einmalige Zuschauer Aktion: Alle sollten sich hinknien, und aufspringen, wenn Olli Schulz auf die Bühne kam und in Slipknot-Metal-Manier (mit stylischer Kürbiskopfmaske) "Jump!" brüllte. Eine Aktion, die man nur schlecht in Worte fassen kann.
Zum Schluss spielte dann noch Felix Gebhard alias "Home of the Lame", einige sehr ruhige Gitarren Songs, bei denen sämtliche Grand Hotel von Cleef Mitglieder auf der Bühne saßen und ihn auf improvisierten Instrumenten (unter anderem Bierflaschen, etc.) begleiteten, ein sehr gemütlicher Ausklang eines durchaus gelungenen Festivals, bei dem für jeden etwas dabei war und das alle davon überzeugen konnte, das man auch mit geistreicher deutschen Indie Musik Erfolg haben kann.
Im Anschluss an dieses phantastische Konzert gab es eine ebenso phantastische Aftershow Party im Forum in Trier. Der Überraschungsgast hieß The Kilians. Eine Band, die tanzbaren Indierock spielt. Anschließend ging es dann auf der Tanzfläche zur Sache als Reimer von Kettcar und Simon vom Grad Hotel van Cleef auflegten.
Photogallery:
Aftershow-Party
Home of the Lame
Kettcar
Olli Schulz und der Hund Marie
Pale
The Weakerthans
Tomte
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