Lange ist es her, dass Ice-T mit seiner Band Body Count Geschichte schrieb. Es waren noch andere Zeiten, als 1992 das Debütalbum mit dem kontrovers diskutierten Song "Cop Killer"erschien. Ice-T wurde mit seinen Mannen Ernie-C (Gitarre), D-Roc (Gitarre), Mooseman (Bass) und Beatmaster V (Schlagzeug) zum Visionär der Crossover-Bewegung. Doch viel passierte danach nicht mehr, zwei weitere Alben verkauften sich weniger gut. Bassist Mooseman wurde im Jahr 2000 erschossen, Gitarrist D-Roc starb 2004 an Krebs. Derweil machte Ice-T mit Soloalben als Schauspieler (erster und bekanntester Film: New Jack City) Karriere.
Trotzdem: Vergessen sind Body Count keinesfalls. Jetzt formierte Ice-T seine Gruppe neu, zu Ernie C kamen OT (Schlagzeug), Bendrix (Gitarre) und Vincent Price (Bass). Dazu gab es ein neues Album "Murder 4 Hire", das aber kommerziell wohl kaum Erfolg finden wird, denn es klingt, als wäre es noch in den frühen Jahren der Band entstanden. Doch das spielt bei Body Count keine Rolle, und so war die Kölner Live Music Hall bei dem Gastspiel während der kleinen Deutschlandtour im August richtig voll. Das Publikum war bunt gemischt: Heavy Metal-Headbanger ganz in schwarz und mit langen Haaren, kurzgeschorene HipHop Heads der frühen Stunde, ganz ganz wenige Fans unterhalb der 20 und genau so wenige Mädels, und ein paar Oberpimp-Gangsta im edlen Mantel.
Sie sollten alle bedient werden, denn schließlich ist Ice-T schon fast so was wie eine Legende. Doch merkte man ihm schon an, dass viele Jahre ins Land gegangen waren. Mit Maske betrat er die Bühne, doch nachdem er diese abgesetzt hatte, sah man ihm schon seine 47 Jahre an. Der Show tat das keinen Abbruch, denn an Energie mangelte es keineswegs, von Anfang an gaben Body Count die volle Härte und ließen so erst gar keine Zweifel aufkommen. Das Publikum war darauf eingestellt und startete auch sofort mit erbarmungslosem Crowd surfing.
Gegen Ende gab es dann noch ein paar weise Worte von Ice-T, gegen die Politik und für den Frieden. Es könnte der letzte Auftritt auf einer Bühne in Deutschland gewesen sein. Und der endgültige Abschluss des Kapitels "Crossover".