Das Nile Album hab ich mir ja gekauft, nach langer Zeit wieder eine Entscheidung, ohne vorher auch nur einen Ton davon gehört zu haben. Was soll ich sagen, überrascht war ich nicht, weil es großartig und toll ist! Zwar wieder ganz anders als der Vorgänger (damit meine ich die Silly Walks Sache) und im ersten Moment doch irgendwie merkwürdig, höre ich die Platte immer noch gerne und immer noch mit wachsender Begeisterung. Deswegen war auch Patrice Live eine Pflichtveranstaltung – dadurch dass die erste Begegnung mit dem Herren ein Interview und ein Konzert im Jahre 2000 waren, musste ich die Entwicklung von allen Seiten betrachten...
Dieses mal also im bisher größten Club, blöde aber wohl doch unvermeidliche Entwicklung. Aber auch hier gelang es ihm Emotionen und Gefühl zumindest bis über die Hälfte der Halle hinweg zu tragen. Meiner Meinung nach wurde es ganz hinten dann doch zu entspannt. Ich konnte nicht, wie ich es eigentlich erwartet hatte, feststellen, dass sich das Publikum großartig verändert hat! Immer noch findet sich hier eine angenehme Zusammensetzung, inklusive der jungen Mädels bis zum Worldmusic-Opa.
Das Konzert war an sich klasse, bei solchen Gelegenheiten wird einem immer Mal wieder bewusst, vie viele Hits der Kerl eigentlich schon hat! Die Marschroute stand fest: wie auf den Alben dominierten ruhige, atmosphärische Songs die von Stücken abgelöst wurden, die einen zum sanften Hüftenwiegen überzeugten. Also eigentlich keine Dancehall am Start – bis es dann am Ende zur zweiten Zugabe einen Gast auf der Bühne gab und Patrice mit der Ansage „It's bashment time!“ drei Mosher der besten Sorte gab. Ein „Big Up“ an den Gast, der mit ausladenden Hüftrotationen einige Lacher eingesammelt hat! Dazu gesellte sich als Schmankerl noch der erprobte Gag mit der Überleitung von „Everyday Good“ zu „No Woman no Cry“, kannte man schon, war aber schön. Mir fehlte eigentlich nur noch die Punk Version von „No Excuse“... Als dritte Zugabe (ja, er hat überzeugt!) kam als Rausschmeißer der Album Opener „Today“, meiner Meinung nach eine geht-so gelungene Wahl. Damit war das Konzert dann aber auch endgültig nach deutlich über ner Stunde vorbei – schön, keine Erleuchtung aber angenehm. Wenn es mir vergönnt ist, werde ich Patrice in diesem Jahr noch Open Air in der Abendsonne sehen: Das wäre dann die nächste Steigerung!