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Infos Live: Monster Magnet News


14.3.2004
Hamburg
Große Freiheit



Ich hab mich an dem Abend ehrlich gefragt, warum ich eigentlich auf die Idee gekommen war, an einem Sonntag, nach einem genussvoll verbrachten Wochenende noch auf dieses Konzert zu gehen. Warum wollte ich mir nicht, wie die meisten anderen wohl auch, nur einen entspannten Abend vor der Glotze gönnen.... Die Antwort war schnell da: Rock! Monster Magnet sind zwar in meinem Musikkosmos seit kurz nach ihren „Dopes To Infinity“ Zeiten relativ selten wieder aufgetaucht, aber die Hoffnung auf ne krasse Show mit coolen Posen brachte mich dann doch in Stimmung.

Dann war ich da, hatte leider die Vorbands verpasst, und stand inmitten einer Masse, die mir merkwürdig vorkam. Das war ein Gemisch aus Metal-Chicks und Informatik-Rockern, die sich mit den lustigen Mittvierzigern einen feinen Abend machten. Die letztgenannten waren auch die schlimmsten: Aufgetakelt in der Uralten Rockerkluft kamen sie auf Bier und Gras mit ihren alten Kumpeln zusammen, während die Muddi das Kleinkind hütet und die Männers nach dem Konzert pünktlich abholt. OK, ich gehe stark davon aus, dass ich auch irgendwann in diese Kategorie fallen werde (nix verwerfliches daran) aber noch ist es nicht soweit. Also begann der Abend mit ein bisschen Freakshow, die ich mir angetan hab.

Dann endlich das Bühnengewitter und der fulminante Auftritt der Heroen des Abends. Mann, war das cool! Eine Gitarrenwand in Kombi mit dem Geballer der Drums eröffnete das Konzert, getoppt vom Einsturm des Herrn Wyndorf. Hier war die Richtung klar: Weg mit Drogenrock und allen musikalischen Experimenten der letzten Jahre – her mit Hard Rock und richtig dicken Eiern! War auch geil und braucht man ja irgendwie mal. Mit dem dritten Song, dem Powertrip, der auch mir gut in Erinnerung war, kamen dann die ersten Mitgröhlattacken, die ich dann ja schon ein wenig erbärmlich fand (the Gods told me to relax ???). Auf jeden Fall war meiner Meinung nach spätestens 1-2 Songs danach die Luft langsam raus. Der Kram ist ja nicht bekannt dafür spannend im Sinne von künstlerisch wertvoll zu sein, soooo langweilig hatte ich mir das aber nicht vorgestellt. Egal, ich bin dann, als eine unglaublich schlechte Ballade angestimmt wurde, gegangen.

War aber ein netter Abend, besser als Fernsehen. Doch die Rockstarposen, die auch aus tausenden von Videos & Liveshows schon bekannt sind, wiederholten sich dauerhaft und die Musik ist, vielleicht außer bei einem Festivalambiente, sagen wir mal: unspektakulär.

 

Autor:
Karl Mieske
Photos:
SPV

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