Eine neue Ikone am Live-Himmel des Rock’n’Roll hatte sich angekündigt und es gibt keinen anständigen Grund, dieser Einladung nicht zu folgen. Besonders wenn das ganze in der tollen Hamburger Fabrik stattfindet und bereits vor dem Einlass eine Menschenmasse vor dem Eingang die letzten Sonnenstrahlen genießt. Das Publikum sah schon von weitem so aus, wie ich es erwartet hatte: ein recht gemischter Haufen aus dem Herzen der modernen Rockmusik. Das bedeutet in diesem Zusammenhang, dass man vor Peinlichkeiten wie 100% HardcorekettchenMitBaggypants-Anteil geschützt war, dafür aber das Spektrum von Hard Rocker bis zum netten Girlie dabei hatte. Und das dann mit der Fabrikatmosphäre mit dem die Bühne umlaufenden vollbesetztem Balkon – das Stimmte alles.
The Bronx, die zweite Vorband, fand ich dann eher mäßig, das war mir zu stumpf und konzeptionslos. Wenn schon solche Musik, dann aber bitte mit mehr Energie! Aber als Anheizer, die man sich eher nebenbei anhört, ging das klar.
Dann also Danko Jones, die an jeder Ecke als eine der besten Livebands gepriesen werden, Sprüche, die ihn als Bühnengott bezeichneten waren im Vorfeld nicht selten. Dann muss ich zugeben, dass ich vom total unspektakulären Auftritt zunächst enttäuscht war, während mich die ersten Songs einfach mitrissen. Die Musik ist ja letztlich der Hammer, wenn auch nicht bahnbrechend, aber jederzeit irgendwie geil und interessant! Das Problem hierbei war allerdings die Lautstärke: Hier hätte ich erwartet, jeden Basstritt im Magen zu spüren, was gar nicht der Fall war (dafür konnte man sich unterhalten). Ich bin überzeugter Ohrstöpselträger, somit mache ich mir um Lautstärke keine Gedanken – ich will sie nur halt manchmal spüren! Dann gingen die Ansagen los, zunächst gegen Diver: Das hat Danko mit 13 gemacht, wenn man heute was beweisen will, sollte man doch vom 3 Meter Balkon Springen – die Bühne gehört jetzt alleine ihm! Das hatte natürlich in der Folge lustige Spielereien mit den Ordnern zur Folge, die die „unverbesserlichen“ von der Bühne halten wollten. Allgemein waren die Ansagen ein Schüssel zum guten Auftritt, hier ging es um die Girls, der Hauptmotivation für Rockmusik, dann um das Leben oben auf dem Gipfel: Unter einem Loser über einem Legenden wie Joe Strummer, Bon Scott und Johnny Cash! Nach und nach Verstand ich auch, worum es hier geht: Die Publikumsnähe und das sympathische Auftreten begannen zu wirken. Außerdem kann der Mann als das Role-Model für den singenden Gitarristen gelten: da passte einfach jede Bewegung, jede Geste war purer Rock und der Titel für die schnellste Zunge Hamburgs ging heute auch an ihn. Die Songs passten nach wie vor und am Ende entdeckte ich auch meine gereckte Faust in der Luft....
Am Ende fand man sich inmitten eines glücklichen Publikums mit dem Fazit, dass dieser Mann 100% die Livesau ist!!!