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Infos Live: c/o pop News


06. - 22.08.2004
Köln

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c/o pop - was ist das eigentlich? Man hatte es geschafft nach dem Weggang der Popkomm von Köln nach Berlin einen neuen Namen in das Bewußtsein der Leute zu bringen. Alle sprachen auf einmal von der c/o pop als Nachfolger der Popkomm in Köln, alle wollten im August kommen, doch keiner wußte so recht was die c/o pop eigentlich ist. Das hat sich auch wenige Tage nach Ende des "Festivals für elektronische Popkultur" nicht geändert. Das "electronisch" sollte man dabei auch gar nicht so ernst nehmen, der unbestrittene Headliner des Festivals war Franz Ferdinand, waschechter Gitarrenrock aus Glasgow.

Los ging es Anfang August mit dem S.O.M.A. Festival im Jugendpark, KLF und Beginner als Highlights, doch soll das Soma hier herausfallen, es stand schon immer für sich. Am folgenden Wochenende sollte es dann richtig heiß hergehen, volles Clubprogramm und mem - music entertainment media, der mehr oder weniger offizielle Nachfolger zum Popkomm Kongress Programm. Die Veranstaltung der Koelnmesse lockte Prominenz in die Rheinterrassen, ansonsten interessierten sich aber weit weniger Fachbesucher als erwartet für das Programm. Kölscher Klüngel lockt eben nur kölsche Jungs.

Freitags ging es dann auf Deutschlandreise, zehn Labels in zehn Clubs, quer durch Köln verteilt. Dabei gab es für 12,- Euro einige musikalische Highlights, wie Mocky von Four Music im Gebäude 9, doch funktioniert ein Club Hopping Abend eben nur wenn das Hopping auch Spaß macht. Und das macht es eben bei Regen nicht, zudem war der Shuttle Service der KVB eine Katastrophe und brachte einen erst gar nicht zu bestimmten Clubs. So bildete sich die Base im Stadtgarten und Studio 672, Subway und Sensor lockten Kenner, Camouflage & Co gingen dagegen leer aus.

Am Samstag dann empfahl sich das VJ-Festival im Stadtgarten, geil gemacht aber erwartungsgemäß ohne Besucher. Ein heißerer Tipp an diesem Wochenende war da das Electro Bunker Open-Air, der Klassiker in Köln, für 15,- Euro an 2 Tagen gabs da u.a. Funkstörung, Air Liquide, Beatschubiger, Dan Curtin, DJ Food und DJ Crazycuts.

Parallel an diesem Weekend fand das Ringfest statt, Überbleibsel der Popkomm. Mehr Rock versprachen die Veranstalter, was folgte war weniger Internationalität, mehr Ballermann und gleich viele durschnittliche Bands. Positiv überraschten da Motörhead und die Einslive Bühne mit Culcha Candela, Winson und H-Blockx, ingesamt reichte das aber nicht, um noch wirkliche Massen auf Kölns Ringe zu locken, man wird das Ringfest fortan nur noch als Stadtfest in Erinnerung behalten.

Am dritten Wochenende sollte es dann zum Abschluss so richtig krachen. Mit Monsters of Spex und Wellenbrecher sollten 2 Großveranstaltungen Köln beben lassen. Freitags ging es um 15 Uhr am Tanzbrunnen los, aufgeboten wurden die momentan in den Medien gehypten Bands Franz Ferdinand, Phoenix, Radio 4 und T.Rauschmiere. Vier Indie-Rock Bands also bei einem Electro-Festival, den Grund dafür fand man schnell, keine andere Veranstaltung der c/o pop zog annähernd soviele Besucher. 3.500 waren es am Ende und damit immer noch weitaus weniger als in den Tanzbrunnen gepasst hätten. Machte nichts, für 25,- Euro gab es bei Regenwetter einen grandiosen Auftritt von Phoenix und Franz Ferdinand. Zeitgleich fand im Jugendpark die World of Reggae statt, wer 60,- Euro fürs Kombiticket bezahlte konnte alle Veranstaltungen an diesem Wochenende mit einer Karte besuchen.

Nach dem Monsters of Spex hieß es warten auf den Einlaß zur Kompakt 100 Party im Theater am Tanzbrunnen. Dort wurde nicht gekleckert sondern nur geklotzt und wer 18,- Euro für den Eintritt bezahlt hatte durfte 3,50 für die Flasche Bier nachlegen. Dafür gab es nur das Beste vom Techno Label Kompakt und u.a. Koze, Superpitcher und Le Petit Orb heizten auf zwei Etagen inklusive Outdoor Area ein, das lockte auch viele Leute an.

Am Samstag dann der vermeintliche Höhepunkt, das Wellenbrecher Open-Air. Manch einer mag da vergessen haben, dass International Pony, Mouse on Mars, The Whitest Boy Alive, Mediengruppe Telekommander und Patrick Wolf zwar schöne Bands sind, aber keinen Tanzbrunnen füllen. Vor kleinem Zuschauerkreis durfte man also für 25,- Euro einen fantastischen Auftritt von Koze & Co bei International Pony sehen. Weitaus mehr Lärm machten die
Schiffe der Düsseldorfer Blue Parade auf dem Rhein, folgte man ihnen den Rheinlauf Richtung Norden in den Jugendpark so traf man dort auf das Marlboro Sunset Styl'z im Jugendpark. Dafür, und für The Strike Boys und Die Raketen, die dort spielten, hatten große Plakate in der ganzen Stadt geworben. 50 Leute hatten diese Plakate auch überzeugt, möglicherweise waren aber auch nur so wenige gekommen, weil die Ortsangabe falsch war, nicht im Rheinpark sondern im Jugendpark hatte man die beschauliche Bühne aufgebaut und verkaufte Zigarretten für 4,- Euro.

Zurück zum Tanzbrunnen, dort wartete die Wellenbrecher Clubnight. Die Stereo MC sollten auflegen, schön und gut, nach der Kompakt Party mit den saftigen Preisen traute sich am Samstag aber kaum noch jemand in die eigentlich sehr schöne Location. Man konnte den Tag auf etlichen kleineren Parties ausklingen lassen, so wie immer in Köln...

Köln ist führend in der elektronischen Kultur, keine Frage, mischt man das alles aber mit dem Kölner Klüngel so kommt wenig dabei raus, zeigte die c/o pop. Schade, denn die Ansätze überzeugten, man fand viel Liebe zum Detail, nur der rote Faden fehlte. Konzentriert man das Festival zukünftig auf ein Wochenende und legt mehr Wert auf ein internationales Line-Up so kann die c/o pop sicherlich reifen und die Lücke schließen, die die Popkomm in Köln gelassen hat.

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Autor:
Bumbanet Redaktion
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