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Infos Live: Summerjam News


4. - 6. Juli 2003
Köln
Fühlinger See

Bericht
Photogallery 1
(Festival)
Photogallery 2
(Anthony B)
Photogallery 3
(Morgan Heritage)
Photogallery 4
(Baby Cham / Beres Hammond)
Photogallery 5
(Gentleman / Head Corner Stone)
Photogallery 6
(Jimmy Cliff / Junior Kelly)
Photogallery 7
(LMS / Mellow Mark)
Photogallery 8
(Mighty Dread / Max Romeo)
Photogallery 9
(Sean Paul)
Photogallery 10
(Seeed / Tony Rebel)


Es war wie immer. 25.000 Reggae Anhänger, Fans, Gealterte und Newbies pilgerten zum Fühlinger See in Köln. Zum 18. Mal. Viele waren auch schon vor dem 4. Juli, dem offiziellen Beginn, angereist und freuten sich über saftige Park- und Sondercampinggebühren. Sei's drum, als wir am Freitag anreisten schien die Neusser Landstraße, die Zufahrtsstraße zum Festival, schon verstopft, viele die da am Wegesrand parkten werden sich später über Abschleppgebühren gefreut haben. Trotz aller Gebühren & Co, die meisten werden froh gewesen sein, dass der Summerjam dieses Jahr überhaupt noch stattfand, nachdem die Kölner Polizei und Ordnungsamt das Festival wegen Drogen verbieten wollten. Auflage war deshalb eine enorme Verstärkung der Kontrollen, die es wirklich in sich hatten. Umso froher werden alle Kölner zum ersten Mal gewesen sein, dass sie einen Oberbürgermeister wie Fritz Schramma haben, der das Festival nicht besuchte um eben jene Kontrollen zu sehen sondern um die Musik zu genießen.

Gegen Freitag Abend hatten wir dann endlich eingecheckt und einen Parkplatz gefunden. Dann hieß es endlich den Campingplatz mit all seinen Food-Courts zu erkunden, wo nebenbei die Soundsystems an jeder Ecke schon ihre Party starteten. Dann hieß es zum ersten Mal Bekanntschaft mit den Kontrollen zu machen. Der Zugang zur Fühlinger Insel ist schmal, nur eine Brücke führt über den See, entsprechend lange das Anstehen an den Gittern. Daneben hatte die Polizei ihr Feldzelt aufgebaut, in das akribisch in Zusammenarbeit mit der Security Personen abgeführt wurden. Irgendwann waren wir durch. Verpasst hatten wir da schon Prezident Brown, Patrice, Baby Cham und Tony Rebel, was besonders schade war, da es das Programm nicht so in sich hatte wie die Jahre zuvor, gefeiert werden sollten vor allem die Altmeister, die jungen Stars bekam man dagegen nur in kleiner Zahl vorgesetzt, Sean Paul war so eine Ausnahme. Immerhin waren wir damit noch rechtzeitig für die Headliner des Freitags, bis die anfingen konnte man noch in den beiden Zelten mit den Soundsystems dancen oder abchillen. Die Entscheidung fiel schwer, Red Stage vs. Green Stage. Die wesentlich größere rote Bühne lag in der Zuschauergunst deutlich vorne, Seeed rockten alles. Aber auch Israel Vibration lieferten eine schöne Show die ihr Alter nicht erkennen ließ. Danach gab's wieder Party in den beiden Zelten oder auf dem ganzen Gelände. An jeder Ecke war was los, wer hier campte wirds genossen haben. Wir campten dagegen an diesem Abend nicht, schon alleine deshalb weil keine Zeltplätze mehr frei waren, und fuhren nach Hause.

Am Samstag schafften wir es trotz aller Pläne nicht so früh zurück, immerhin ein Zelt hatten wir jetzt dabei. Nachmittags, bei immer noch regnerischem Wetter, lockte Junior Kelly und Anthony B auf der Red Stage, letzterer lieferte eine der besten Performances überhaupt ab. Deutscher ging es auf der kleinen Bühne ab, hier performten nach den Toots & The Maytals, D-Flame und die Sam Ragga Band. Abschluss des Abends bildete L.M.S.. Die wahren Highlights des Samstags gab es auf der Red Stage.

Sean Paul burnte ab 21:45 alles was es zu burnen gab. So eine Atmosphäre erlebt man selten und voller ging es auch nicht mehr. Danach sorgte Jimmy Cliff für einen relaxten Abschluss des Abends. Die Party endete nie und ging ohne Pause in den Sonntag rein, nicht immer ganz friedlich wie einige berichteten.

Am Samstag wurde dann auch noch ein Geheimnis gelüftet. Der Sonntag war recht dünn besetzt, für Hoffnung sorgte ein "Very Special Surprise Act", der um 18:55 spielen sollte. Natürlich wurde viel diskutiert, wer das sein könnte, viele lagen dabei auch richtig. Nur wie kann man in Köln einen Kölner als Special Act ankündigen, und dann auch noch einen den man zurzeit sowieso auf jedem Festival zu sehen bekommt. Auf keinen Fall in Frage stellen will ich Gentlemans unglaubliche Live-Performance, aber das war eine erstklassige Enttäuschung.

Immerhin sorgten Morgan Heritage, Max Romeo & Mikey Dread und Desmond Dekker & The Aces am Sonntag noch für gute Stimmung, die auch durch das Wetter gefördert wurde, denn die Sonne zeigte sich zum ersten Mal und trieb die Leute in den See. Das sorgte auch für einen Fehlalarm, der die entspannte Atmosphäre kurzzeitig störte, als etliche Feuerwehrwagen über das enge Festivalgelände fuhren um zusammen mit Hubschraubern nach einem vermeintlich ertrunkenen zu suchen. Ebenso erfolglos war die Suche der Polizei. Zwar patrolierten überall diese Herren in Uniform und inkognito, und sie erwischten auch etliche, das hielt die Massen jedoch nicht davon ab, entspannt ihr Weed zu konsumieren.

Der 18. Summerjam war zwar musikalisch kein Highlight, aber man kommt doch trotzdem immer wieder gerne, und vielleicht dank Schramma auch nächstes Jahr an gleicher Stelle.

 

Autor:
Bumbanet
Photos:
Bumbanet

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