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war wie immer. 25.000 Reggae Anhänger, Fans, Gealterte und
Newbies pilgerten zum Fühlinger See in Köln. Zum 18. Mal.
Viele waren auch schon vor dem 4. Juli, dem offiziellen Beginn,
angereist und freuten sich über saftige Park- und Sondercampinggebühren.
Sei's drum, als wir am Freitag anreisten schien die Neusser Landstraße,
die Zufahrtsstraße zum Festival, schon verstopft, viele die
da am Wegesrand parkten werden sich später über Abschleppgebühren
gefreut haben. Trotz aller Gebühren & Co, die meisten werden
froh gewesen sein, dass der Summerjam dieses Jahr überhaupt
noch stattfand, nachdem die Kölner Polizei und Ordnungsamt
das Festival wegen Drogen verbieten wollten. Auflage war deshalb
eine enorme Verstärkung der Kontrollen, die es wirklich in
sich hatten. Umso froher werden alle Kölner zum ersten Mal
gewesen sein, dass sie einen Oberbürgermeister wie Fritz Schramma
haben, der das Festival nicht besuchte um eben jene Kontrollen zu
sehen sondern um die Musik zu genießen.
Gegen
Freitag Abend hatten wir dann endlich eingecheckt und einen Parkplatz
gefunden. Dann hieß es endlich den Campingplatz mit all seinen
Food-Courts zu erkunden, wo nebenbei die Soundsystems an jeder Ecke
schon ihre Party starteten. Dann hieß es zum ersten Mal Bekanntschaft
mit den Kontrollen zu machen. Der Zugang zur Fühlinger Insel
ist schmal, nur eine Brücke führt über den See, entsprechend
lange das Anstehen an den Gittern. Daneben hatte die Polizei ihr
Feldzelt aufgebaut, in das akribisch in Zusammenarbeit mit der Security
Personen abgeführt wurden. Irgendwann waren wir durch. Verpasst
hatten wir da schon Prezident Brown, Patrice, Baby Cham und Tony
Rebel, was besonders schade war, da es das Programm nicht so in
sich hatte wie die Jahre zuvor, gefeiert werden sollten vor allem
die Altmeister, die jungen Stars bekam man dagegen nur in kleiner
Zahl vorgesetzt, Sean Paul war so eine Ausnahme. Immerhin waren
wir damit noch rechtzeitig für die Headliner des Freitags,
bis die anfingen konnte man noch in den beiden Zelten mit den Soundsystems
dancen oder abchillen. Die Entscheidung fiel schwer, Red Stage vs.
Green Stage. Die wesentlich größere rote Bühne lag
in der Zuschauergunst deutlich vorne, Seeed rockten alles. Aber
auch Israel Vibration lieferten eine schöne Show die ihr Alter
nicht erkennen ließ. Danach gab's wieder Party in den beiden
Zelten oder auf dem ganzen Gelände. An jeder Ecke war was los,
wer hier campte wirds genossen haben. Wir campten dagegen an diesem
Abend nicht, schon alleine deshalb weil keine Zeltplätze mehr
frei waren, und fuhren nach Hause.
Am
Samstag schafften wir es trotz aller Pläne nicht so früh
zurück, immerhin ein Zelt hatten wir jetzt dabei. Nachmittags,
bei immer noch regnerischem Wetter, lockte Junior Kelly und Anthony
B auf der Red Stage, letzterer lieferte eine der besten Performances
überhaupt ab. Deutscher ging es auf der kleinen Bühne
ab, hier performten nach den Toots & The Maytals, D-Flame und
die Sam Ragga Band. Abschluss des Abends bildete L.M.S.. Die wahren
Highlights des Samstags gab es auf der Red Stage.
Sean
Paul burnte ab 21:45 alles was es zu burnen gab. So eine Atmosphäre
erlebt man selten und voller ging es auch nicht mehr. Danach sorgte
Jimmy Cliff für einen relaxten Abschluss des Abends. Die Party
endete nie und ging ohne Pause in den Sonntag rein, nicht immer
ganz friedlich wie einige berichteten.
Am Samstag wurde dann auch noch ein Geheimnis gelüftet. Der
Sonntag war recht dünn besetzt, für Hoffnung sorgte ein
"Very Special Surprise Act", der um 18:55 spielen sollte.
Natürlich wurde viel diskutiert, wer das sein könnte,
viele lagen dabei auch richtig. Nur wie kann man in Köln einen
Kölner als Special Act ankündigen, und dann auch noch
einen den man zurzeit sowieso auf jedem Festival zu sehen bekommt.
Auf keinen Fall in Frage stellen will ich Gentlemans unglaubliche
Live-Performance, aber das war eine erstklassige Enttäuschung.
Immerhin
sorgten Morgan Heritage, Max Romeo & Mikey Dread und Desmond
Dekker & The Aces am Sonntag noch für gute Stimmung, die
auch durch das Wetter gefördert wurde, denn die Sonne zeigte
sich zum ersten Mal und trieb die Leute in den See. Das sorgte auch
für einen Fehlalarm, der die entspannte Atmosphäre kurzzeitig
störte, als etliche Feuerwehrwagen über das enge Festivalgelände
fuhren um zusammen mit Hubschraubern nach einem vermeintlich ertrunkenen
zu suchen. Ebenso erfolglos war die Suche der Polizei. Zwar patrolierten
überall diese Herren in Uniform und inkognito, und sie erwischten
auch etliche, das hielt die Massen jedoch nicht davon ab, entspannt
ihr Weed zu konsumieren.
Der 18. Summerjam war zwar musikalisch kein Highlight, aber man
kommt doch trotzdem immer wieder gerne, und vielleicht dank Schramma
auch nächstes Jahr an gleicher Stelle.
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