Bis
zum 18. März zieht der zweite Teil der Russian Percussion Tour
noch quer um die Welt, Mitte Januar war an einem Samstag Tourstop
im Kölner Stadtgarten. Vielleicht auch wegen dem Wochenendtermin
war vielen nicht ganz klar, was sie hier erwarten würde, ein
Konzert oder eine Party? Es sah nach Party aus, um 22 Uhr öffneten
die Türen, aber erst gegen Mitternacht füllte sich der
Stadtgarten - mit HipHoppern, Studenten und interlektuellen Party-Experten.
Dafür füllte er sich dann auch richtig, auf der Tanzfläche
war bei verhaltener Stimmung kein Durchkommen. HipHop Classics von
alt bis neu schalten aus den Boxen, dem überwiegenden Teil
des Publikums war das wohl zu viel HipHop.
Nun irgendwann ging's dann auch richtig los, die Pelding Band aus
Kopenhagen betrat die Bühne und Female MC Yarah Bravo startete
ihre Performance. Die reichte von Tracks aus Vadims "USSR:
The Art of Listening" LP, über reine Instrumentals und
Spoken Word, immer unterstrichen durch Yarahs eigenwilligen Rapstyle.
Sound, Technic und Performance stimmten voll und ganz, nur leider
war das ganze wenig originell, wie der Pacifist Track, in dem sie
tausende Male die Phrase George W Fucking Bush schmetterte und die
Leute auf der Tanzfläche die Fists in die Höhe zu strecken
hatten. Gleiches galt auch für Vadim, was von ihm zu hören
und zu sehen war, war eher enttäuschend, vor allem wenn man
seine Platten und bisherigen Shows kennt. So zog sich das "Konzert"
dann auch viel zu lange. Nicht dass die Performance nicht stimmte,
aber wer hat Samstag Nacht die Nerven, wenn er zum feiern draussen
ist, stundenlang angespannt zu lauschen.
Dann gab's wieder HipHop Classics auf die Ohren, man wollte jetzt
aber eher nach Hause und der Stadtgarten leerte sich. Die Party,
sollte es eine gegeben haben, war spätestens jetzt beendet.
Was bleibt als Fazit: Ein gutes Konzert mit dem falschen Timing.