Von einem Konzert der Shooting-Stars Evanescence erwartet man nicht unbedingt Überraschungen, aber man erwartet jede Menge Teenies im Publikum. Als wir schon recht spät vorm Kölner Palladium, der größten Halle Kölns, ankamen, schlängelte sich die Schlange immer noch durch die halbe Schanzenstraße. Drinnen hatten aber schon Revis begonnen zu spielen. Das Quintett präsentierte überzeugend seinen erdigen Alternative-Rock Sound im Stile von Nickelback vor einer nur wenig gefüllten Halle. Das aktuelle Album der Band aus Illinois heißt "Places For Breathing" und erschien, wie bei allen Bands an diesem Abend, bei Sony Music.
Überraschend war das Publikum an diesem Freitag Abend. Keine Bravo und VIVA Teenies bevölkerten das Palladium, der Alters-Schnitt vieler Besucher lag weit über 30, schon fast waren die ersten grauen Haare zu sehen. Gekreischt wurde nur in den ersten drei Reihen.
Weiter ging's mit ebenfalls anspruchsvollen Alternative Rock. Finger Eleven überzeugten mit einer kraftvollen, bewegten Show, und einem Sänger, dem es nicht an Ausdrucksstärke und Charisma mangelt. Das sahen wohl auch die meisten Besucher so und ihr selbstbetiteltes Europa-Debütalbum dürfte ein paar mehr Käufer gefunden haben. Die Band vom Ontario See veröffentlichte ihr erstes Album "Tip" 1997 in Kanada.
Pünktlich begannen dann Evanescence. Amy Lee stürmte von hinten auf die Bühne und hörte gar nicht mehr auf mit ihren Bewegungstiraden. Das dürfte den meisten Fans erschwert haben, dem Geschehen zu folgen, schließlich gehört Evanescence nicht zu den Bands, bei denen alle Bandmitglieder im Mittelpunkt stehen. Man konnte sich fragen, ob die Power der jungen Sängerin für die ganze Show reichen würde, aber nach einer Stunde war eh Schluß, mehr Material hat die junge Band halt noch nicht. Das Erfolgsalbum "Fallen" erschien im April, mehr gibt es nicht.
Es war halt ein gewöhnlicher Konzertabend im Palladium, drei junge Bands einer Plattenfirma, für Überraschungen sorgten höchstens die Besucher.