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9. Auflage des Festivals in Almau bei Übersee pilgerten an
den drei Tagen des Festivals mehr als 25 000 Rasta-Fans und Reggaefreunde.
Damit war das Festival erstmals in seiner Geschichte ausverkauft
und ist bei diesen Besucherzahlen mittlerweile auch eines der Topfestivals
in Europa in Sachen Reggae. Also hat sich auch Bumbanet aufgemacht
um für Euch dabei zu sein.
Bei strahlendem Sonnenschein war vor der Hauptbühne und gerade
im Zelt jeweils schon in den frühen Nachmittagsstunden mächtig
Andrang, allein der Mangel an Schatten ließ viele doch lieber
am Nachmittag in das Flüsschen direkt neben dem Festivalgelände
springen. In den Abendstunden war das gesamte Areal dicht bevölkert
mit „Irienites“ jeder Altersgruppe aus ganz Europa.
Eröffnet wurde das Festival am Freitag mit "Curse",
der der Crowd schon mächtig einheizen konnte. Allerdings merkte
man, dass als als Hip Hopper deine Karten auf einem Reggae Festival
deutlich schlechter stehen, gerade wenn viele nur wegen der Roots-Acts
angereist sind. Anschließend hatte die Ska-Band "The
Busters" keine Mühe, die Laune wuchtig weiter nach oben
zu treiben. Auch Pato Banton aus England wurde von der Menge freudig
empfangen. Bei seinem dritten Auftritt in Übersee überzeugte
Patrice mehr denn je dank seiner variablen Stimme und Melodik, allerdings
schien das Gekreische der vielen Mädchen, die extra für
Patrice angereist waren, die Reggaegemeinde ein wenig zu verstören.
Reggaekult war dann am Freitagabend mit "Sly & Robbie
feat. Michael Rose" angesagt. Roots-Reggae vom Feinsten mit
viel Druck aus der Rhythmus-Sektion, der bisweilen richtig rockige
Klänge annahm.
Am Samstagmittag traten dann "Nosliw & Natty Flo"
mit ihrer "One Drop Band" sowie "D-Flame & K.P.
Crew" den Beweis an, dass Reggae und Dancehall "made in
Germany" längst nicht mehr nur Quote bei international
besetzten Festivals sind.
Altmeister Lee "Scratch" Perry wurde auch beim Chiemsee-Reggae
seinem Ruf gerecht, ein wirklich kautziger Typ zu sein. Eine mittelprächtige
Performance mit scheinbar wirren Zwischentexten – die Zuschauer
quittierten dies zum Teil mit Rückzug Richtung Zeltplatz.
Der Liebling der Massen war am Samstag natürlich Lokalmatador
Hans Söllner. Bayerns Vorzeigekiffer Nr.1 war zweifelsohne
der Höhepunkt des Festivals in Sachen Zuschauerandrang. Söllner
zeigte sich ungewohnt dezent, aber brachte unglaublich viel Flow
rüber ins Publikum.
40 Jahre Bühnen-Erfahrung brachten danach "Third World"
mit an den Chiemsee. Auch sie präsentierten Roots-Reggae vom
Feinsten mit Sänger "Bunny" Rags Clark, der mit seiner
souligen Stimme das Markenzeichen dieser immer noch innovativen
Formation ausmacht.
Spürbar am Sonntagmittag: Wegen der hohen Temperaturen, verpassten
viele die "Movements" mit einer erstklassigen Performance
und den Auftritt von Keziah Jones, der die Gitarre fast wie Jimmy
Hendrix strapaziert und streichelt, weil das Bad im See oder in
der Tiroler Achen, unserem Erholungsflüsschen, Priorität
hatten.
Am späteren Nachmittag füllte sich bei " Lady Saw",
"Lucky Dube" und Dancehall-König "Sizzla"
das Areal wieder zusehends und als "Gentleman" am Abend
die Bühne betrat, gab es kein Durchkommen mehr und Tausende
„Lightas“ ließen den deutschen Vorzeige Dancehall-Künstler
stolz auf sein Publikum am Chiemsee sein.
Die Nachricht vom Tod einer 18-Jährigen aus Augsburg vor dem
Beginn des Festivals sorgte bei allen Gästen für große
Bestürzung. Nach Angaben der Polizei sei die junge Frau eines
natürlichen Todes gestorben. Neben diesem traurigen Ereignis
bleibt aber die Erinnerung an ein friedliches, fast schon familiäres
Zusammenkommen der Größen des deutschen und internationalen
Reggae.
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