Zur
Einstimmung sollten wir erst mal modern ein paar Begriffe droppen:
Bob Marley, Wailers, Desmpnd Dekker, Laurel Aitken, Coxsone Dodd,
Studio One... Das dürfte erst mal reichen, sind das doch Namen,
die unweigerlich mit den Skatalites verbunden werden müssen.
Ja, seit Anfang der 60'er gibt es sie schon, zumindest die 3 Originalmitglieder,
und ein Teil der Band hat auch Ihre persönlichen 60'er erreicht.
Jetzt ein kleiner Schritt in den Gehirnwindungen: Diese Band hat
den Ska gebaut, gespielt, gelebt, und das eigentlich schon seit
Ewigkeiten!
Also klasse Voraussetzungen, wenn nicht ständig das Gefühl
im Hinterkopf wäre, hier auf eine Rolling Stones/Rod Stuart
Altherrentruppe zu treffen, die heute musikalisch so viel bietet
wie unser aller Liebling Blümchen. Um ganz ehrlich zu sein
fühlte ich mich auch zu Beginn des Konzertes teilweise bestätigt.
Nach der Freude über den sehr schönen Sound, "vintage
Ska" halt, etwa mit "James Bond", habe ich einige
Zeit auf die nächste Freude gewartet.
Dann aber, nach kurzem Eingrooven fielen mit die überragenden
Soli auf! Das sind in Wirklichkeit Jazzer, die zufällig auf
Jamaika geboren wurden und um zu überleben den Ska erfunden
haben! Da glaub ich fest dran. Für mich persönlich war
am erstaunlichsten wie sehr sich die "Alten" in die Songs
reinsteigern. Die Mimik z.B. des Bassers war der Hit. Die scheinbare
Leichtigkeit der Arrangements und die perfekte Darbietung auf der
Bühne sind nach wie vor im Ska unerreicht. Sei es nun der einmalige
Stil des Schlagzeugers Lloyd Knibbs, die Genialität der Bläser
oder die Art, wie Bass und Keyboard gemeinsam den Rhythmus vorantreiben
Als ich dann auch musikalisch meine persönliche Befriedigung
gefunden habe, kam der Hammer: Die Typen auf der Bühne beginnen
zu tanzen! Wenn einer Buena Vista Social Club gesehen hat, weiß
er wie erhaben man vielleicht nur mit 70 tanzen kann. Das führte
selbstverständlich zu kollektivem Ausrasten und was in einer
Umgebung von gegenseitigem Anfeuern und Aufpeitschen passieren kann
hat wohl jeder erlebt! Ganz plötzlich war die Halle von Energie
und Glück durchströmt wie ich es nur selten erlebt habe.
Was soll man dazu noch sagen - selber sehen! Das ist nicht eine
Truppe alter Musiker, die noch mal 'nen Euro machen wollen, sondern
das sind die kraftvollen und lebendigen Ursprünge sowie das
zeitlose Vermächtnis der neueren jamaikanischen Volksmusik.
Das Konzert ging dann nach etwa 2 Stunden oder mehr zuende und das
Eintauchen in eine Welt voll Musik und Glück hat die Leute
wohl noch Tage mit einem Lächeln durchs Leben ziehen lassen.