Sick
Of It All nun zum dritten Mal in Hamburg zur Yours Truely Scheibe
und nach dem letzten Mal wieder in was kleinerem. Ich will ja nicht
sagen dass es eigentlich nur "buisness as usual" war,
wär ja doch negativ besetzt. Aber wenn noch irgendeiner hier
die vier mal live gesehen hat wird verstehen, was ich meine: Hardcore
vom feinsten und NIE ein schlechtes Konzert!!!
An sich war ich alleine hingefahren und wollte nur zuhören
und genießen.... Totaler Blödsinn, braucht man gar nicht
versuchen! Hab ein paar Leute getroffen, viel gelacht bei der Warterei
und mit dem rumstehen wurde es dann später natürlich auch
nix mehr, aber dazu dann mehr.
Es ging los mit ner Band, die ich nicht kannte und auch nicht kennen
gelernt habe, weil ich sie gar nicht gesehen hab. Die zweiten waren
dann Rise Against: anständiger Hardcore, nicht zu hart oder
schnell aber nett. Der Sänger (mit langen Haaren!) brachte
eine Mischung aus Gesang und Geshoute, wobei mich persönlich
nix von beiden überzeugen konnte. Ansonsten typische Elemente,
vier Mann, voll-nach-vorn Musik und ein wenig Aggro auch noch dazu,
wird sicher nicht meine Lieblingsband aber zum Einstimmen OK. Das
sahen aber einige schon ganz anders, was da schon vor der Bühne
abging war schon extrem heftig: Wenn da einige ihren Platz haben
gibt es echt kein halten mehr. Ich hab mich darauf gefreut, dass
bei SOIA der Pit ein Stück voller war und es nicht so derbe
Schmerzen gab.
Also SOIA: Unspektakuläre Erscheinung, sehen ja aus wie die
Assis vom Imbiss umme Ecke, aber immer nett und Fan-nah. So auch
diesmal alle 10 Minuten ein großes Danke an die Fans und wahrscheinlich
die einzige Band, die wirklich wissen möchte ob es den Leuten
gut geht. Und gut ging es den Leuten zwar schon aber vor allem ging
es von der ersten Sekunde voll nach vorne: gleich beim ersten Song
eine Horde von Divern in der Luft und Menschen mit nackten Oberkörpern
vor der Bühne. Da konnte ich mich auch noch zurückhalten,
bei dem ersten Knaller aus meinen vergangenen Hardcore Zeiten ging
aber das auch nicht mehr - der Lohn: Blut, Schweiß und keine
Tränen... Allgemein ein schöner Mix aus den Songs von
ganz früher bis jetzt, scheint doch einige zu geben, die erst
jetzt drauf abfahren und die neuen besser als die alten kennen,
ein Wunder, wie es eine Band schaffen kann nach etwa 20 (?) Jahren
noch junge Kids zu ziehen!!! Achtung für alle neuen: Es gibt
noch dieses Jahr ein Livealbum und der Lou sagt das wäre etwas
wie eine klasse Best Of Sammlung, wer's also braucht: holen!
So,
es neigte sich dann dem Ende zu, mir wär's nach Step Down auch
genug gewesen, es kamen aber noch zwei Songs als Zugabe. Es war
also vorbei nach knapp über ner Stunde Power, die glaube nicht
nur für mich eine befreiende (wenn nicht sogar reinigende,
spirituelle) Erfahrung bedeutet. Sick Of It All sollte man sich
auf jeden Fall einmal im Leben mit allem drum und dran antun, den
Schweiß in der Menge, die Schuhe im Gesicht oder die Massenkarambolage
beim Circle Pit, danach kann man es lassen, wenn es denn muss. Etwas
muss aber dran sein, sonst wäre der fertig ausgebildete Lehrer
(ein Freund von mir), der sonst auf Hendrix und Air steht nicht
völlig durch mit einem riesigen Grinsen nach dem Konzert von
dannen gezogen.