Europa
Premiere in den Kölner Dom Sports Hallen. Dort wo sonst geskatet
wird oder ab und zu mal eine Fernsehproduktion stattfindet darf
man am Abend des 19. März zum ersten Mal die Metal Band Medication
erleben. Ein Konzert, das ist jeder Hinsicht ungewöhnlich ist.
Angefangen schon bei der Location, Medication wählten nicht
die flache Seitenhalle sondern bauten sich zwischen Halfpipes auf,
was für eine ganz besondere Atmosphäre sorgte, ähnlich
wie bei Konzerten im Skaters Paradise in Münster.
Zum Zweiten war das Konzert natürlich wegen der Zusammensetzung
der Band ungewöhnlich. Logan Mader (Machine Head), Whitfield
Crane (Ugly Kid Joe), B-Blunt (Adayinthelife), Roy Mayorga (Soulfly)
und Kyle Sanders sind hier zusammengetreten, was 1999 seinen Anfang
nahm.
Und zum Dritten war auch das Publikum besonders. Karten gab es
nämlich nicht zu kaufen, und so fanden sich viel Presse ein,
sowie Gewinnspielteilnehmer und andere, die Karten bei Verteilaktionen
ergattert hatten. Damit war die Halle zwar gut gefüllt (ca.
300 Leute), es wäre aber auch noch Platz gewesen.
Nun
aber zum Auftritt, der anlässlich des Releases der ersten 5-Track
EP stattfand. Medication zeigten von Anfang an eine überzeugende
Show, und die Fünf glänzten einjeder vor allem durch ihren
ausdrucksstarken Bühneneinsatz. Soundmässig gab es das,
was man in dieser Halle erwarten konnte, im Grunde war es aber in
Ordnung. Die Songs brachten Medication live mindestens so gut wie
auf CD herüber, und besonders beindruckend waren Stimme und
Gesten von Sänger Whitfield Crane. Musikalisch wechselten die
Songs zwischen Metal und Alternative-Rock Passagen, der Stil war
dabei immer durchaus eigenständig. Schade nur, dass die Show
nach 40 Minuten bzw. 7 Songs schon wieder vorbei war und sich Medication
trotz lautstarker Zugaberufe nicht mehr blicken ließen.
Die Reaktionen auf das Konzert waren unterschiedlicher, wie sie
nicht hätten sein können, von kompletter Begeisterung
bis hin zu Ablehnung. Eins ist heute Abend aber klar geworden: Einen
Durchmarsch werden Medication mit ihrem im Sommer erscheinenden
Album nicht feiern, aber einen festen Platz werden sie sich schon
erspielen.
Zum Schluss will ich dann noch loswerden, was das einzig wirklich
Negative an diesem Konzert war. Bier in 0,2l Plastikbechern für
2,- Euro zu verkaufen ist mehr als eine Unverschämtheit, wahrscheinlich
war auch deshalb ein Großteil des Publikums nicht so locker
drauf.