Zurück
auf die Bretter, die die Welt bedeuten, sollte es mit dem neuen
Album "Scheiss auf euren HipHop" gehen. Sollte das ein
Eigentor geworden sein? Verwunderlich wäre es eigentlich schon,
denn nach all der Kritik in den letzten Jahren, wurde das neue Werk
gut aufgenommen. So dachte man, dass auch die Tour gut laufen würde,
nicht zuletzt wegen der ständigen Fernsehpräsenz (Olli
Pocher sollte auch zum Konzert kommen) des Rappers. Also auf nach
Köln in die große Live Music Hall zum Heimspiel. Angekommen
musste man einfach denken, sich in der Location geirrt zu haben.
Weder vor dem Eingang noch im Innenhof sah man einen Menschen, nur
ein großes Poster zur Tour hing einsam an der Wand und die
grimmige Security versperrte einem den Weg. In der Halle angekommen
war man nicht ganz alleine, 30 Leute sorgten für eine Auslastung
der Platzkapazität von 3 Prozent.
Dann ging es auch schon los. Die K*Rings Brothers aus dem schönen
Odenwald - früher Deck8, jetzt Peripherique Records - sorgten
zumindest ein bißchen für bouncende Besucher. Die drei
Brüder lieferten ein tightes und überzeugendes Set ab.
Mit diesem Auftritt dürften sie sich einige neue Fans gemacht
haben.
Ohne
Pause ging es weiter und MC Rene sprang auf die Bühne. Die
Zuschauerzahl hatte sich derweil verdoppelt. Start frei für
eine geballte Powershow, wie man sie von ihm kennt. Für den
richtigen Sound sorgte dabei DJ Ray D. Gespielt wurden die neuen
Songs, dazwischen gab es immer wieder Freestyle Einlagen von Reen.
Für den Rest der Unterhaltung sorgte das Publikum mit merkwürdigen
Zwischenrufen von merkwürdigen weiblichen Wesen. Höhepunkte
gab es viele, genau wie auf dem Album. Und zu "Hardcorerapper"
spielte Rene dann auch ein kleines bißchen Theater. Schlag
auf Schlag ging es so durch das Programm und bereits um 22:30 Uhr
war alles beendet. Ohne Uwe und ohne einen einzigen alten Song.
Konsequent nennt man das, auch das Rene die geringe Besucherzahl
mit Ironie und Fassung trug.
Zurück bleibt ein gemütlicher Konzertabend, den man so
bestimmt nicht erwartet hätte. Manch einer mag den alten Songs
hinterhertrauern, wie auch dem Auftritt zum letzten Album im Kölner
Stadtgarten, wo doch noch mehr Action zu spüren war.