Berlin
Marzahn. Ein verregneter Dezemberabend, der dazu auch noch schneidend
kalt war und ganz und gar keine gute Stimmung im Vorfeld aufkommen
lassen wollte. Eigentlich sollte man ja meinen, wenn auf einem Flyer
steht: "Beginn 21 Uhr", dann fängt alles also um
21.30 Uhr an. Hier hingegen war es ein wenig lustiger und die Jungs
von Living Legends aus Oakland und Los Angeles kamen erst gegen
22.15 Uhr auf die Bühne. Davor nur ein elendig langes Warten,
doch immerhin war volles Haus. Als es endlich losging, war ich erst
einmal erleichtert, doch eine Minute später schlug die Erleichterung
um. Der Sound und die Akustik waren miserabel und die kleine Bühne
für 9(!) Leute definitiv zu klein. Ich bemühte mich trotz
der angesprochenen Mängel meine Objektivität über
ihren Auftritt beizubehalten, da die Jungs auf Platte wirklich gut
sind, aber live meiner Meinung nach niemanden wirklich vom Hocker
hauen können, da raptechnisch einfach noch kein allzu hohes
Level erreicht ist und die Beats auch auf dem Konzert eher trocken
kamen. Einige Zuschauer waren zwar bei jedem ihrer Tracks schlichtweg
begeistert, doch dies kann auch auf den überhöhten Alkoholspiegel
zurückzuführen sein. Also ich hätte mir von den Jungs
aus Kalifornien wirklich mehr versprochen, wenn sie schon nach Europa
kommen und hier ihre Shows haben und dazu noch einen Eintrittspreis
von 12 Euro verlangen. Eventuell lässt sich das hier auch dem
Betreiber des Clubs in die Schuhe schieben, denn wie gesagt auf
Platte top, aber live geht da gar nichts... Nur für Fans.