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Infos Live: Busta Rhymes News


10.05.2002
Busta Rhymes
Raptile
Köln Palladium




Busta Rhymes... irgendwie länger nichts mehr von gehört. Oder doch? Beim Hören des Namens fallen einem immer nur direkt die „alten“ Sachen ein, von früher. Leader of the New School, klar; aber auch Sologeschichten wie „Put your hands where my eyes can see“, oder gute Gastauftritte wie bei A Tribe called Quest oder noch irgendwann Mos Def. Und natürlich der unverkennbare Style, die Stimme, das Geschrei. Immer durchaus innovative, experimentelle Produktionen und Ideen (Knight Rider samplen?!), die den Geist der Zeit getroffen haben und zum Teil auch voraus waren. Aber in letzter Zeit?

Mit solchen Gedanken befassend ging es auf ins Palladium in Köln, wo an diesem 10. Mai, Freitag Abend eben jener Busta Rhymes auftreten sollte.
„Naja, jedenfalls muss er irgendwas zu bieten haben“, hätte man sich vor dem Konzert noch denken können, hatte die Karte doch happige 30 Euro gekostet. Deswegen wenige Leute? Nix da, Busta Rhymes war nur in 3 Städten Deutschlands angekündigt, und dementsprechend kamen die harten Fans aus ganz Deutschland und auch darüber hinaus; französisch, holländisch, belgisch. An Promotion hatte es auch nicht gefehlt, Busta war sämtliche Auftritte von Stefan Raab bis Viva interaktiv kompromisslos durchgegangen.

Schon um 8 Uhr war so die komplette Nations- und Sprachenvielfalt in einer laaangen Schlange vor dem Palladium zu bewundern. Wohl eher ausverkauft. Aber was waren das für Leute? Sonnenbank-gebräunte Gesichter, wahlweise mit Kopftuch und Haarschleier oder gegeeltem Haar kombiniert (die männliche Fraktion wohlgemerkt), dazu Extreme irgendwo zwischen Fubu-Übergrößen-Trikots und Muskelshirts. Falsche Adresse... war es auch nicht. Nein, es musste sich tatsächlich um das Busta Rhymes Konzert handeln.

Voller Erwartung drinnen angekommen, gab es zunächst Auftritte von den Vorgruppen. Raptile durfte auch auf die Bühne, hatte auch Support dabei (E-La), und die Leute fanden es gar nicht so schlecht. Allerdings wurde der Auftritt des Mainacts lange hinausgezögert, und so kamen bald die ersten Pfiffe. Irgendwann kam dann DJ Scratch (ein wirklich origineller Name) von der Flip Mode Squad auf die Bühne, und fing an, die Leute einzuheizen: Er erzählte irgendeine Geschichte, in die er zwischendurch immer wieder kurze Samples (meist den Chorus) von populären Liedern reinmischte. Das gefiel der Crowd. Allerdings hätte man sich auch denken können, was das für Lieder waren: Best of Jiggy, alles von Mystical, Jay-Z und deren besten Kumpelz. Word up, jetzt konnte gar nichts mehr schief gehen. Dann ließ sich auch der Meister nicht mehr lange bitten, und kam mit Geschrei auf die Bühne.

Was war das für ein Auftritt. Mit jedem Beat ging die Crowd mit, jedes Geschrei wurde doppelt und dreifach so laut zurückgebrüllt (und davon gab es wahrlich genug), Busta wurde gefeiert, ja vergöttert. Um die schwitzende Meute auch mal verschnaufen zu lassen, führte der New Yorker zwischen den Tracks witzige Gespräche mit seinem Support Spliffstar; da gab es alles von den neuesten Tipps für die nächste Stellung im Bett bis zu Alkohol-weg-ex-aktionen. Ein toller Spaß. Und auch die Liederwahl war eigentlich gar nicht so schlecht. Klassiker waren dabei, auch ältere Sachen wie eben jener Part von „Scenario“, „Whoo-Hah“ durfte auch nicht fehlen, aber natürlich auch neuere Tracks. Bei denen kam leider außer ultraschnellem Rumgestotter wie beim guten alten Scatman John, unterbrochen von bzw. harmoniert mit wildem Rumgeschreie nicht viel rüber. Das ganze dann auf die jetzt so modernen Jiggy-Geschichten, und die Meute war begeistert.
Nach langen, actionreichen 70 Minuten ungefähr spielte er dann seinen letzten Song und verschwand von der Bühne. Auf die lauten „Zugabe“-Rufe des Publikums raffte er sich noch einmal auf und kam nach vorn, jedoch nicht, um (wie man hätte denken können) eine Zugabe zu geben, sondern um noch einmal lautstark für seine neue Platte, sowie die Tour T-Shirts (zu kaufen am Schalter am Eingang!) zu werben. Da waren selbst die eingefleischtesten Fans ein bisschen traurig.
Danach war Ende und die Leute gingen nassgeschwitzt, aber um ein tolles Ereignis reicher nach Hause.

Abschließend lässt sich sagen, dass das Konzert auf jeden Fall ein Erlebnis war und Busta Rhymes noch immer die alte Energie hatte. Allerdings lässt es sich über seine neuen Releases (sowie dem Absatzmarkt) streiten... Und damit Busta.

 

Autor:
Daniel Willam
Photos:
BMG

Bumbanet Magazine

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