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Busta
Rhymes... irgendwie länger nichts mehr von gehört. Oder
doch? Beim Hören des Namens fallen einem immer nur direkt die
alten Sachen ein, von früher. Leader of the New
School, klar; aber auch Sologeschichten wie Put your hands
where my eyes can see, oder gute Gastauftritte wie bei A Tribe
called Quest oder noch irgendwann Mos Def. Und natürlich der
unverkennbare Style, die Stimme, das Geschrei. Immer durchaus innovative,
experimentelle Produktionen und Ideen (Knight Rider samplen?!),
die den Geist der Zeit getroffen haben und zum Teil auch voraus
waren. Aber in letzter Zeit?
Mit solchen Gedanken befassend ging es auf ins Palladium in Köln,
wo an diesem 10. Mai, Freitag Abend eben jener Busta Rhymes auftreten
sollte.
Naja, jedenfalls muss er irgendwas zu bieten haben,
hätte man sich vor dem Konzert noch denken können, hatte
die Karte doch happige 30 Euro gekostet. Deswegen wenige Leute?
Nix da, Busta Rhymes war nur in 3 Städten Deutschlands angekündigt,
und dementsprechend kamen die harten Fans aus ganz Deutschland und
auch darüber hinaus; französisch, holländisch, belgisch.
An Promotion hatte es auch nicht gefehlt, Busta war sämtliche
Auftritte von Stefan Raab bis Viva interaktiv kompromisslos durchgegangen.
Schon um 8 Uhr war so die komplette Nations- und Sprachenvielfalt
in einer laaangen Schlange vor dem Palladium zu bewundern. Wohl
eher ausverkauft. Aber was waren das für Leute? Sonnenbank-gebräunte
Gesichter, wahlweise mit Kopftuch und Haarschleier oder gegeeltem
Haar kombiniert (die männliche Fraktion wohlgemerkt), dazu
Extreme irgendwo zwischen Fubu-Übergrößen-Trikots
und Muskelshirts. Falsche Adresse... war es auch nicht. Nein, es
musste sich tatsächlich um das Busta Rhymes Konzert handeln.
Voller Erwartung drinnen angekommen, gab es zunächst Auftritte
von den Vorgruppen. Raptile durfte auch auf die Bühne, hatte
auch Support dabei (E-La), und die Leute fanden es gar nicht so
schlecht. Allerdings wurde der Auftritt des Mainacts lange hinausgezögert,
und so kamen bald die ersten Pfiffe. Irgendwann kam dann DJ Scratch
(ein wirklich origineller Name) von der Flip Mode Squad auf die
Bühne, und fing an, die Leute einzuheizen: Er erzählte
irgendeine Geschichte, in die er zwischendurch immer wieder kurze
Samples (meist den Chorus) von populären Liedern reinmischte.
Das gefiel der Crowd. Allerdings hätte man sich auch denken
können, was das für Lieder waren: Best of Jiggy, alles
von Mystical, Jay-Z und deren besten Kumpelz. Word up, jetzt konnte
gar nichts mehr schief gehen. Dann ließ sich auch der Meister
nicht mehr lange bitten, und kam mit Geschrei auf die Bühne.
Was war das für ein Auftritt. Mit jedem Beat ging die Crowd
mit, jedes Geschrei wurde doppelt und dreifach so laut zurückgebrüllt
(und davon gab es wahrlich genug), Busta wurde gefeiert, ja vergöttert.
Um die schwitzende Meute auch mal verschnaufen zu lassen, führte
der New Yorker zwischen den Tracks witzige Gespräche mit seinem
Support Spliffstar; da gab es alles von den neuesten Tipps für
die nächste Stellung im Bett bis zu Alkohol-weg-ex-aktionen.
Ein toller Spaß. Und auch die Liederwahl war eigentlich gar
nicht so schlecht. Klassiker waren dabei, auch ältere Sachen
wie eben jener Part von Scenario, Whoo-Hah
durfte auch nicht fehlen, aber natürlich auch neuere Tracks.
Bei denen kam leider außer ultraschnellem Rumgestotter wie
beim guten alten Scatman John, unterbrochen von bzw. harmoniert
mit wildem Rumgeschreie nicht viel rüber. Das ganze dann auf
die jetzt so modernen Jiggy-Geschichten, und die Meute war begeistert.
Nach langen, actionreichen 70 Minuten ungefähr spielte er dann
seinen letzten Song und verschwand von der Bühne. Auf die lauten
Zugabe-Rufe des Publikums raffte er sich noch einmal
auf und kam nach vorn, jedoch nicht, um (wie man hätte denken
können) eine Zugabe zu geben, sondern um noch einmal lautstark
für seine neue Platte, sowie die Tour T-Shirts (zu kaufen am
Schalter am Eingang!) zu werben. Da waren selbst die eingefleischtesten
Fans ein bisschen traurig.
Danach war Ende und die Leute gingen nassgeschwitzt, aber um ein
tolles Ereignis reicher nach Hause.
Abschließend lässt sich sagen, dass das Konzert auf
jeden Fall ein Erlebnis war und Busta Rhymes noch immer die alte
Energie hatte. Allerdings lässt es sich über seine neuen
Releases (sowie dem Absatzmarkt) streiten... Und damit Busta.
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